Laufender Rechtsstreit

Praluent ist wieder da

Berlin - 31.07.2019, 17:15 Uhr

Sanofi kämpft um Praluent. (Foto: Sanofi)

Sanofi kämpft um Praluent. (Foto: Sanofi)


Sanofi gibt bekannt, dass sein PCSK9-Inhibitor unter dem Markennamen Praluent in Deutschland ab sofort wieder zur Verfügung steht. Eigentlich hatte das Landgericht Düsseldorf Sanofi und Regeneron untersagt, das Arzneimittel zu fertigen, zu verkaufen und zu vermarkten. Doch das Urteil darf nun erst einmal nicht vollstreckt werden.

Sowohl Amgen als auch Sanofi und Regeneron haben ein Arzneimittel im Portfolio, das das PCSK9-Protein hemmt und damit eine Verringerung des LDL-Cholesterinwerts im Blut bewirkt: Es geht um Repatha® (Evolocumab) und Praluent® (Alirocumab). Doch Amgen hält ein Patent, um das es sich mit seinen Wettbewerbern seit geraumer Zeit streitet.

Am 11. Juli entschied das Landgericht Düsseldorf, dass Sanofi und Regeneron ihren PCSK9-Inhibitor Praluent® in Deutschland nicht mehr fertigen, verkaufen und vermarkten dürfen. Amgen meldete umgehend, dass Praluent® in Deutschland vom Markt genommen werden müsse. Sanofi fügte sich – rief die noch in den Apotheken, Großhandlungen und Kliniken vorhandene Ware allerdings nicht zurück.

Nun vermeldet Sanofi, dass das Berufungsgericht – das Oberlandesgericht Düsseldorf – inzwischen die Vollstreckung aus dem landgerichtlichen Urteil mit sofortiger Wirkung ausgesetzt hat. Dies hatten Sanofi und Regeneron beantragt, während über die Berufung gegen die Entscheidung des Landgerichts entschieden wird.

Die beiden Unternehmen zeigten sich erleichtert, dass ihr Arzneimittel nun wieder verfügbar ist: „Wir begrüßen diese Entscheidung, die es Ärzten ermöglicht, Patienten in Deutschland weiterhin mit Praluent® zu behandeln“. Außerdem sei zu betonen: Der laufende Rechtsstreit stehe in „absolut keinem Zusammenhang mit der Wirksamkeit, Qualität oder Sicherheit von Praluent®“.


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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