Lieferengpass

Wo bleibt Shingrix?

Stuttgart - 23.07.2019, 11:30 Uhr

Den Herpes-zoster-Impfstoff Shingrix suchen Apotheker derzeit vergeblich im Kühlschrank. (m / Foto: imago images / Medicimage)

Den Herpes-zoster-Impfstoff Shingrix suchen Apotheker derzeit vergeblich im Kühlschrank. (m / Foto: imago images / Medicimage)


Der Herpes-zoster-Impfstoff Shingrix ist heiß begehrt. Bereits seit Mai gibt es Engpässe wegen hoher Nachfrage. Eigentlich sollte die 10er-Packung ab Juli wieder verfügbar sein. Das wird aber leider nichts: Laut Hersteller GSK gibt es Verzögerungen in der Lieferkette.

Seit dem 1. Mai ist Shingrix® (adjuvantierter Subunit-Totimpfstoff) für Personen ab einem Alter von 60 Jahren sowie für Personen mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung ab einem Alter von 50 Jahren Kassenleistung. Die Nachfrage war offensichtlich gleich zu Beginn so groß, dass der Hersteller GSK mit der Produktion nicht hinterherkommt. Seit dem 17. Mai finden sich sowohl die 10er- als auch die 1er-Packung auf der Engpassliste des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI). Die 1er-Packung soll es erst im Dezember 2019 wieder geben, für die 10er war eigentlich im Juli eine neue Lieferung erwartet worden. Das wird allerdings nichts.

Laut einer Sprecherin von GSK gibt es bei der ursprünglich für Juli geplanten Lieferung leichte Verzögerungen in der Lieferkette. Von Gerüchten, es sei Impfstoff gestohlen worden, weiß man bei GSK nichts. Laut PEI-Liste wird nun im August mit Nachschub gerechnet.

Das rät die STIKO

Besonders unbefriedigend ist die aktuelle Situation für alle, die bereits eine Impfung erhalten haben. Für einen vollständigen Impfschutz sind zwei Impfstoffdosen des Totimpfstoffes Shingrix® in einem Abstand von mindestens zwei und höchstens sechs Monaten erforderlich. Deswegen sollen laut STIKO noch vorhandene Impfstoffdosen präferentiell für die Komplettierung begonnener Impfserien eingesetzt werden, bevor neue Impfserien begonnen werden. Weiter schreibt die STIKO, dass neue Impfserien nur begonnen werden sollten, wenn die Gabe der zweiten Impfdosis sichergestellt ist.

Und wenn die zweite Impfung wegen mangelnder Impfstoffverfügbarkeit nicht innerhalb des maximalen Abstands von sechs Monaten zur ersten Impfung verabreicht werden kann? Dann soll, so die STIKO, die zweite Impfung umgehend bei Wiederverfügbarkeit des Impfstoffes nachgeholt werden. Und: Mit Shingrix® begonnene Impfungen sind auch mit Shingrix® zu komplettieren. Die Verwendung des Lebendimpfstoffes Zostavax® wird von der STIKO nicht empfohlen.

Shingrix

Shingrix® ist der erste Subunit-Totimpfstoff gegen Herpes zoster (HZ/su-Impfstoff), bestehend aus einer Kombination des Antigens Glykoprotein E und dem Adjuvanssystem AS01B. Laut dem Hersteller Glaxo Smith Kline (GSK) ist das eingesetzte Glykoprotein E das am häufigsten vorkommende Oberflächenprotein von Varicella-zoster-Viren (VZV), hauptverantwortlich für die Vermehrung des Virus und das Hauptziel der Immunantwort. 

Zugelassen ist Shingrix® zur Vorbeugung von Herpes zoster (HZ) und postzosterischer Neuralgie (PZN) bei Erwachsenen im Alter von 50 Jahren. 


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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