FSME, HPV und Gürtelrose

ABDA: Deutsche lassen sich mehr impfen

Berlin / Stuttgart - 12.07.2019, 09:00 Uhr

Mehr Impfungen gibt es laut ABDA insbesondere bei HPV, FSME und Gürtelrose. ( r / Foto: janvier / stock.adobe.com)

Mehr Impfungen gibt es laut ABDA insbesondere bei HPV, FSME und Gürtelrose. ( r / Foto: janvier / stock.adobe.com)


Vor allem Impfungen gegen Humane Papillomaviren (HPV), FSME und Gürtelrose treiben die Impfausgaben der Krankenkassen in die Höhe. Erfreulich, denn dann lassen sich Menschen gegen diese Infektionskrankheiten offenbar auch impfen. Wodurch kommt die Steigerung der Impfzahlen? Die ABDA informiert.

„Die Menschen in Deutschland lassen sich immer öfter gegen Infektionskrankheiten impfen“, informiert die ABDA aktuell. Die ABDA macht den Impfzuwachs an den Ausgaben der Krankenkassen für Impfstoffe fest. So stiegen die Ausgaben der Krankenkassen für Impfstoffe im Jahr 2018 bereits um 4,5 Prozent (1,284 Milliarden Euro). Im ersten Quartal 2019 waren es bereits 13,7 Prozent (292 Millionen Euro), und im Mai 2019 betrug der Anstieg sogar 38,4 Prozent (137 Mio. Euro) gegenüber dem Vorjahresmonat (bei zwei zusätzlichen Arbeitstagen). Die Zahlen hat der Deutsche Apothekerverband (DAV) anhand von Daten des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI) ermittelt.

FSME- und HPV-Impfungen und Shingrix

Drei Impfungen scheinen besonders zu dem Ausgabenanstieg der Krankenkassen beizutragen: Impfungen gegen Humane Papillomaviren (HPV), Varicella Zoster (Gürtelrose) und FSME. Warum ausgerechnet diese Impfungen? Die ABDA begründet den Impfboost bei HPV damit, dass die Impfempfehlung für Cervarix®, Gardasil® oder Silgard® 2018 auf Jungen erweitert wurde. Zuvor hatte die STIKO die HPV-Impfung ausschließlich neun- bis maximal 17-jährigen Mädchen empfohlen. Mit Änderung der Schutzimpfungsrichtlinie, die nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 29. November 2018 in Kraft trat, gilt ein Schutz vor einer HPV-Infektion als Standardimpfung für alle Personen im Alter von neun bis 14 Jahren.

Auch bei Herpes zoster (Gürtelrose) hat sich etwas geändert. Nach Zulassung von GSKs Shingrix (adjuvantierter Subunit-Totimpfstoff) 2018 ist der Gürtelrose-Impfstoff seit Mai 2019 Kassenleistung. Bereits vor dem G-BA-Beschluss erklärten sich jedoch schon manche Krankenkassen bereit, die Impfkosten für ihre Versicherten zu tragen. Die Nachfrage nach Shingrix scheint so groß, dass GSK mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen hat. Der Anstieg der FSME-Impfungen dürfte nach Ansicht der ABDA auf die verstärkte öffentliche Wahrnehmung von Zeckenpopulationen und Erkrankungszahlen im abgelaufenen Jahr 2018 zurückzuführen sein.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Engpässe wegen hoher Nachfrage

Shingrix erst im Juli wieder lieferbar

Engpass beim Gürtelrose-Impfstoff endet

Shingrix ab Ende August wieder lieferbar

STIKO empfiehlt Totimpfstoff gegen Herpes zoster ab 60 Jahren – Warten auf Kostenerstattung

Zweimal impfen gegen Gürtelrose

Lieferengpass

Wo bleibt Shingrix?

Empfehlungen zur Herpes-zoster-Impfung aufgenommen

Impfkalender 2019/2020 veröffentlicht

Nächster Schritt für das Masernschutzgesetz

Impfpflicht im Kabinett

2 Kommentare

Zahlenspiele

von Reinhard Rodiger am 12.07.2019 um 14:46 Uhr

Schön, dass mal was von der ABDA kommt.Schöner wäre, wenn es stimmig käme.So wechseln die Begründungen.
Im Frühjahr war es noch die Influenza-Impfung mit dem höchsten Anstieg.Jetzt verschwindet sie wegen einer auf Umsatz basierenden Auswertung.Jetzt ist es neben anderen die HPV-Impfung.
Mir macht es keinen Sinn, vorher mit einem Anstieg (Einheiten!) zu argumentieren und später Umsätze mit Bezug auf Häufigkeit auszuwerten.
Wenn auf Steigerung der Impfhäufigkeit hingewiesen wird, sollte die Steigerung bei Influenza benannt werden und die Verminderung bei Masern/Röteln/Mumps-Kombi nicht unterschlagen werden. Hilfreich wäre eine Auflistung nach der Häufigkeit UND einem Bezug zum Umsatz.) Vielleicht DAZ_Redaktion?) . .Es sind ja verschiedene Aussagen damit verknüpfbar.
Wirklich interessant wäre , wieviel wegen Lieferproblemen nicht geimpft werden konnte, wie auch Kollege Müller anmerkt.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

.......

von Karl Friedrich Müller am 12.07.2019 um 9:49 Uhr

wenn es Impfstoff gibt.
Shingrix nix
Gardasil nix
Rabipur oft nix
auch andere sind immer wieder nicht lieferbar.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.