Nach rückgängigen Zahlen

Niederlande: „Ersti“-Rekord im Pharmaziestudium

Remagen - 10.07.2019, 15:15 Uhr

In den Niederlanden wollen wieder mehr junge Menschen den Studiengang Pharmazie bewältigen. Hier ein Beispielbild aus der Bibliothek der Uni Leiden (m, Foto: imago images / JOKER)

In den Niederlanden wollen wieder mehr junge Menschen den Studiengang Pharmazie bewältigen. Hier ein Beispielbild aus der Bibliothek der Uni Leiden (m, Foto: imago images / JOKER)


Nach einigen Jahren des Rückgangs erlebt die Ausbildung zum Apotheker in den Niederlanden wieder mehr Zulauf. 658 Studienanfänger haben sich dort im letzten Jahr an den drei Universitäten Utrecht, Groningen und Leiden in den Bachelor-Studiengang eingeschrieben, fast 10 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 193 Apotheker haben ihren Abschluss gemacht. Das sollte den Bedarf decken, so die Hoffnung der Planer.

Nach Angaben der niederländischen Stiftung für Pharmazeutische Statistik (SFK) haben im Jahr 2018 an den drei Universitäten des Landes, an denen man Pharmazie (Bachelor und Master) studieren kann, 658 Bachelor-Aspiranten das Studium aufgenommen. 157 entfallen auf die Universität in Groningen, 224 auf Utrecht und 277 auf Leiden. Die SFK spricht von der höchsten Anzahl von Studienanfängern in (bio)pharmazeutischen Wissenschaften seit 2002, dem Jahr, in dem die Stiftung diese Zahlen erstmals veröffentlichte. Insgesamt gab es 57 Bachelor-Studenten mehr als im Jahr 2017.

Die SFK führt den Anstieg auf die vermehrten Bewerbungen an den Universitäten Utrecht (35) und Leiden (22) zurück, während die Zahl der Studienanfänger in Groningen gleich blieb. In Groningen wird das Studium in diesem Jahr zum ersten Mal in englischer Sprache angeboten, was etwa 15 ausländische Studenten angelockt hat.

62 Prozent Frauen

Insgesamt waren im letzten Jahr knapp 1.200 Studenten in den (bio)pharmazeutischen Programmen von Utrecht (1.310), Groningen (732) und Leiden (1.154) eingeschrieben, davon 62 Prozent Frauen. 223 Studierende besuchten Ende 2018 die Masterkurse an der Universität Groningen, 469 in Utrecht. In Leiden, wo der Masterstudiengang Pharmazie neben dem Masterstudiengang Biopharmazeutische Wissenschaften erst seit 2016 wieder angeboten wird, haben 25 Studierende damit begonnen. Somit werden in diesem Jahr die ersten fertigen Apotheker aus Leiden erwartet. Die praktische Ausbildung dauert sechs Monate und ist in das Masterstudium integriert.

Abwärtstrend bei den Absolventen gestoppt

Im letzten Jahr haben 193 Kandidaten den Master in Pharmazie in Utrecht oder Groningen erfolgreich abgeschlossen, 18 mehr als im Jahr 2017. Dies unterbricht laut SFK den Abwärtstrend, der vor einigen Jahren begann. Im Jahr 2014 waren noch 236 Apotheker in den Arbeitsmarkt eingetreten. Bis 2017 sank die Zahl auf 175. Nun geht es erstmals wieder aufwärts.  

Die Zahl der neuen Apotheker im Jahr 2018 liegt knapp über dem Niveau von 185, das nach Angaben der Kapazitätsstelle erforderlich ist, um den künftigen Personalbedarf in der öffentlichen Apotheke zu decken. In der Praxis wird der Bedarf an diplomierten Apothekern allerdings höher als 185 eingeschätzt, weil einige Absolventen Tätigkeiten außerhalb der öffentlichen Apotheken anstreben.


Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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