Lieferengpass bei Antibabypille

Zoely fehlt noch immer

Stuttgart - 03.07.2019, 15:15 Uhr

Ab August 2019 soll laut Hersteller MSD Zoely wieder verfügbar sein. (s / Foto: Packshot: MSD | Foto: Voy_ager / stock.adobe.com)

Ab August 2019 soll laut Hersteller MSD Zoely wieder verfügbar sein. (s / Foto: Packshot: MSD | Foto: Voy_ager / stock.adobe.com)


Eigentlich wollte MSD Zoely ab 10.  Juni wieder liefern. Das klappte nicht, und der Hersteller nannte sodann Kalenderwoche 26 (24. Juni 2019) als neuen Liefertermin für die Antibabypille. Doch auch diese Prognose konnte MSD nicht halten. DAZ-online hat nachgefragt – MSD visiert nun Anfang August für die Verfügbarkeit von Zoely an.

Zoely® bereitet weiterhin Ärger. Bereits im Mai beklagten Apotheker und Anwenderinnen, das kombinierte orale Kontrazeptivum (KOK) sei nicht verfügbar. Hersteller MSD Sharp & Dohme GmbH begründetet den Engpass bei Zoley® mit technischen Problemen – Kapazitätsengpässe bei der Herstellung und Verzögerungen beim Verpackungsprozess. Mitverantwortlich soll laut MSD auch die Umsetzung der Fälschungsschutzrichtlinie sein.

Damals dachte MSD, die Lieferschwierigkeiten rasch beheben zu können. Als möglichen Liefertermin nannte der Hersteller zunächst die Kalenderwoche 24 (10. Juni 2019). Allerdings konnte diese Prognose nicht gehalten werden und MSD stellte das Ende des Versorgungsengpasses für den 24. Juni (KW 26) in Aussicht. Doch: Noch immer fehlt Zoely®.

Zoely vielleicht ab August

DAZ.online hat erneut bei MSD nachgehakt. Eine Sprecherin des Unternehmens erklärt: „Leider gibt es für Zoely® weiterhin Lieferverzögerungen. Nach heutigem Stand erwarten wir das Verhütungsmittel voraussichtlich Anfang August 2019 wieder auf Lager zu haben, sofern keine weiteren Verzögerungen eintreten.“

Zoely schafft Probleme – bei der Substitution und beim Import

Gibt es zwar Antibabypillen wie Sand am Meer, so gibt es dennoch keine einzige, die exakt der Zusammensetzung von Zoely® entspricht. Das KOK ist noch relativ jung (Zulassung 2011) und enthält eine Kombination aus  1,5 mg 17β-Estradiol sowie 2,5 mg Nomegestrolacetat. Das bedeutet: Ein einfacher Austausch nach aut-idem ist nicht möglich. Die Anwenderinnen müssten folglich auf ein anderes KOK umgestellt werden. MSD dürften daher bereits einige Zoely®-Kundinnen abhanden gekommen sein.

Auch der Import des EU-weit zugelassenen Arzneimittels gestaltet sich nicht hürdenfrei. Denn hier herrscht rechtliche Unsicherheit, ob ein Einzelimport, wie ihn § 73 Abs. 3 AMG regelt überhaupt zutrifft – dieser regelt nämlich nur die Einfuhr von in Deutschland nicht zugelassenen Arzneimitteln.


Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Pille Wechsel , nicht einfach

von Angie am 07.08.2019 um 21:08 Uhr

Ich habe die ganze Artikel gelesen dass Problem ist nicht nur das Zoely nicht mehr gibt oder lange Dauer sondern die Nebenwirkungen die die Patientin leiden wegen Pille Wechsel . Ich bin eine von diese Frauen die ganze Monat leide. Ich brauche meine Normalität wieder , ich frage jede Woche die Apothekerin ob schon zoely gibt. :(

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Pille Wechsel , nicht einfach

von Nicole am 10.08.2019 um 11:43 Uhr

Auch ich gehöre dazu. Seit Monaten durchleben ich nun die Hölle, seit es die Zoely nicht mehr gibt. Hab auch ein anderes Präparat ausprobiert und bin dank der heftigen Nebenwirkungen im KH gelandet. Ich will endlich wieder ein normales Leben führen ohne starke Blutungen, Schwindel, Krämpfe, Migräne etc. Ich bekomme aktuell gerade so meinen Alltag bewältigt. In der Arbeit falle ich ständig aus weil es mir so beschissen geht bzw. wurde jetzt deshalb auch krank geschrieben. Ich habe die Nase jetzt gestrichen voll und gehe jetzt den Schritt den mir mein FA empfohlen hat, die OP. Somit verdienen die an mir zukünftig kein Geld mehr und ich bekomme hoffentlich mein Leben zurück.

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