An den Staatlichen Schulen

Kein PTA-Schulgeld mehr in Bayern

Stuttgart - 01.07.2019, 13:00 Uhr

Wer an einer der sechs staatlichen PTA-Schulen in Bayern eine Ausbildung beginnt, muss künftig kein Schulgeld mehr zahlen. (r / Foto: imago images / Westend61)                                                                  

Wer an einer der sechs staatlichen PTA-Schulen in Bayern eine Ausbildung beginnt, muss künftig kein Schulgeld mehr zahlen. (r / Foto: imago images / Westend61)                                                                  


Bereits ab dem kommenden Schuljahr 2019/2020 müssen angehende PTA in Bayern für ihre Ausbildung an einer der sechs staatlichen PTA-Schulen bis auf weiteres kein Schulgeld mehr bezahlen. Auf die Bundesregierung, die ebenfalls plant, die Ausbildung in Gesundheitsberufen, kostenfrei zu machen, wolle man nicht warten, heißt es aus Bayern. Deswegen gehe man in Vorleistung. 

In vielen Gesundheitsfachberufen fehlt es an Nachwuchs. Auch viele Apotheken sind auf der Suche nach qualifizierten PTA. Für viele Schülerinnen und Schüler war das anfallende Schulgeld bisher eine Hürde, sich zur/zum PTA ausbilden zu lassen. Das monatliche Schulgeld beträgt momentan noch 184,50 Euro pro Monat. Für Bücher, Laborkleidung, Schutzbrillen, Unterrichtsmaterial, Kopien etc. fallen je Ausbildungsjahr zusätzlich etwa 240 Euro an. Die Abrechnung dieser Kosten erfolgt von Schule zu Schule unterschiedlich.

Nach Bekanntgabe der Förderrichtlinien des Freistaates Bayern im Rahmen des Gesundheitsbonus machten die Bayerische Landesapothekerkammer und der Bayerische Apothekerverband e.V. nun darauf aufmerksam, dass ab dem kommenden Schuljahr 2019/2020 an den sechs Schulen des Vereins zur Unterhaltung der pharmazeutisch-technischen Lehranstalten in Bayern e.V. bis auf Weiteres kein Schulgeld mehr bezahlt werden muss. Private Schulträger wie das Deutsche Erwachsenen-Bildungswerk (DEB) haben zuletzt die Höhe des angebotenen Gesundheitsbonus kritisiert. Ob die privaten Schulträger in Bayern nachziehen, so Bayerns Kultusminister Michael Piazolo gegenüber SZ.de, bleibe deren betriebswirtschaftlicher Kalkulation überlassen. „Er ist als Marktteilnehmer in seiner Entscheidung frei“, hieß es.

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Wie sieht es anderswo aus?

Auf Bundesebene gibt es diesbezüglich bisher keine Lösung. Im Koalitionsvertrag der Großen Koalition wurde festgehalten, die PTA-Ausbildung attraktiver zu machen und auf Schulgeld zu verzichten. Vor kurzem hat die Gesundheitsministerkonferenz das Bundesgesundheitsministerium aufgefordert, bis Ende des Jahres eine bundeseinheitliche Regelung zu schaffen.

Bernhard Seidenath, der gesundheitspolitische Sprecher der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, teilte bereits im September 2018 mit, dass die Bayerische Staatsregierung das Schulgeld für die Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen abschaffen will. Auf die Bundesregierung will Bayern dabei nicht warten: „Für die Zeit bis zum Inkrafttreten entsprechender bundesrechtlicher Regelungen gehen wir in Bayern in Vorleistung.“ 

In Nordrhein-Westfalen übernimmt das Land seit September 2018 70 Prozent des Schulgeldes für PTA-Schülerinnen und Schüler. Private Träger von PTA-Schulen wie beispielsweise die Blindow-Gruppe verzichten schon heute an einzelnen Standorten auf Gebühren. Außerdem unterstützen Apotheken angehende PTA beim Schulgeld, die dann im Gegenzug nach erfolgreicher Ausbildung in der Apotheke angestellt werden.


Cornelia Neth, Autorin DAZ.online
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Schulgeld - Mittelalter !

von ratatosk am 01.07.2019 um 18:52 Uhr

Es wird ja oft und gerne über Bayern und die CSU gelästert, gerade von urbanen globalen Digitalfreaks, aber wenn es wirklich ernst wird, schaut es eben in Bayern doch einfach besser aus. Vom angeblichen sozialen Verhalten anderer Landesregierungen kann sich niemand was kaufen.

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