Impfung gegen Herpes zoster

Kein Shingrix – und nun?

Stuttgart - 28.06.2019, 12:58 Uhr

Noch vorhandene Shingrix-Impfstoffdosen sollen präferentiell für die Komplettierung begonnener Impfserien eingesetzt werden, sagt die STIKO. (Foto: Alexander Raths / stock,adobe.com)

Noch vorhandene Shingrix-Impfstoffdosen sollen präferentiell für die Komplettierung begonnener Impfserien eingesetzt werden, sagt die STIKO. (Foto: Alexander Raths / stock,adobe.com)


Shingrix, der adjuvantierte Totimpfstoff gegen Herpes zoster, ist seit kurzem Kassenleistung für bestimmte Patienten – und aktuell nicht lieferbar. Seit Mitte Mai besteht der Engpass. Im Juli wird eine erneute Lieferung erwartet, allerdings nur für die 10er-Packung. Die 1er soll es erst im Dezember wieder geben. Was empfiehlt die STIKO?

Seit dem 17. Mai sind alle Packungsgrößen von Shingrix, also sowohl die 10er- als auch die 1er-Packung, beim Paul-Ehrlich-Institut als Engpass gemeldet. Erst kurz vorher, zum 1. Mai, wurde die Impfung mit dem adjuvantierten Totimpfstoff für alle Personen ab einem Alter von 60 Jahren sowie für Personen mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung ab einem Alter von 50 Jahren in den Leistungskatalog der GKV aufgenommen. Hersteller GSK erklärt dazu in einer Mitteilung: „In Deutschland ist die Nachfrage nach dem neuen Impfstoff gegen Gürtelrose überwältigend hoch. Derzeit kann GSK den hohen Bedarf nicht mehr komplett abdecken. GSK arbeitet mit Hochdruck daran, die Verfügbarkeit des Impfstoffs gegen Gürtelrose baldmöglichst wieder sicherzustellen.“

1er-Packung erst Ende des Jahres wieder

Im Juli wird eine neue Lieferung der 10er-Packung erwartet. Mit der 1er ist laut Engpass-Liste im Dezember zu rechnen. Was sollen Impfwillige, die leer ausgehen, also tun? Im Falle von Impfstoff-Engpässen gibt die STIKO- Handlungsempfehlungen heraus. So auch in diesem Fall.

Das rät die STIKO

Dort heißt es, dass noch vorhandene Impfstoffdosen präferentiell für die Komplettierung begonnener Impfserien eingesetzt werden sollten, bevor neue Impfserien begonnen werden. Diese Empfehlung hatte auch Hersteller GSK bei Bekanntgabe des Impfstoff- Engpasses ausgesprochen. Hintergrund ist, dass für einen Impfschutz zwei Dosen in einem Abstand von mindestens zwei und höchstens sechs Monaten erforderlich sind. Weiter schreibt die STIKO, dass neue Impfserien nur begonnen werden sollten, wenn die Gabe der zweiten Impfdosis sichergestellt ist.

Und wenn die zweite Impfung wegen mangelnder Impfstoffverfügbarkeit nicht innerhalb des maximalen Abstands von 6 Monaten zur ersten Impfung verabreicht werden kann? Dann soll, so die STIKO, die zweite Impfung umgehend bei Wiederverfügbarkeit des Impfstoffes nachgeholt werden. Und: Mit Shingrix® begonnene Impfungen sind auch mit Shingrix® zu komplettieren. Die Verwendung des Lebendimpfstoffes Zostavax® wird von der STIKO nicht empfohlen.


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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1 Kommentar

Fehlender Impfstoff für 2. Impfung Gürtelrose

von Ursula Peter am 04.09.2019 um 7:33 Uhr

Werte Damen und Herren, ich bin Anf. April 2019 ( Impfstoff hier noch auf Rezeot) gegen Gürtelrose (hatte diese im Jahr 2018) geimpft worden. Seit Juni bin ich mit diversen Apotheken etc. im Kontakt. Traurig aber wahr: kein Impfstoff und immer neues Datum für Auslieferung. Gibt es vielleicht irgendwo noch einen Vorrat, der mir zeitnah sehr helfen würde??? Die Ankündigung für Ende August ist fehlgelaufen; Intern wird über Jahresende kommuniziert? Über Ihre Rückinfo würde ich mich sehr freuen. Ursula P.

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