Engpässe wegen hoher Nachfrage

Shingrix erst im Juli wieder lieferbar

Stuttgart - 21.05.2019, 12:45 Uhr

Bei Shingrix sieht es derzeit in deutschen Apothekenkühlschränken schlecht aus. Auch wer Gardasil an Lager hat, hat eher Glück. (c / Foto: picture alliance / BSIP)

Bei Shingrix sieht es derzeit in deutschen Apothekenkühlschränken schlecht aus. Auch wer Gardasil an Lager hat, hat eher Glück. (c / Foto: picture alliance / BSIP)


Seit Kurzem werden die Kosten für die Impfung gegen Herpes zoster mit dem Subunit-Totimpfstoff Shingrix von den gesetzlichen Kassen übernommen – für Personen ab 60 Jahren sowie Personen ab 50 Jahren mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung. Und die Nachfrage ist offenbar riesig. Hersteller GSK teilt nun mit, den hohen Bedarf nicht mehr komplett abdecken zu können. Erst im Juli wird eine erneute Lieferung erwartet, allerdings nur für die 10er-Packung. 

In Deutschland stehen Patienten, die sich gegen Herpes zoster (Gürtelrose) impfen lassen möchten, zwei Impfstoffe zur Verfügung: Zostavax® und Shingrix®. Zostavax® ist ein attenuierter Lebendimpfstoff, für den MSD bereits im Mai 2006 die Zulassung erhielt und der in Deutschland seit 2013 verfügbar ist. Shingrix® von GSK ist ein adjuvantierter Totimpfstoff – und nur diesen erstatten die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) seit dem 1. Mai 2019. Shingrix® wurde im März 2018 zugelassen. 

Allerdings ist Shingrix® derzeit nicht immer zu bekommen. Am 17. Mai meldete Hersteller GSK sowohl für die 10er- als auch für die 1er-Packung einen Engpass an das Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Die Firma erklärt dazu in einer Mitteilung: „In Deutschland ist die Nachfrage nach dem neuen Impfstoff gegen Gürtelrose überwältigend hoch. Derzeit kann GSK den hohen Bedarf nicht mehr komplett abdecken. GSK arbeitet mit Hochdruck daran, die Verfügbarkeit des Impfstoffs gegen Gürtelrose baldmöglichst wieder sicherzustellen.“

Wann gibt es wieder Shingrix?

Wann ist also wieder mit Shingrix® zu rechnen? Laut GSK wird eine erneute Lieferung der 10er-Packung in begrenzten Mengen im Juli erwartet, die 1er-Packung werde – trotz aller Anstrengungen – voraussichtlich erst Ende des Jahres 2019 wieder verfügbar sein, heißt es.

Die Firma weist darauf hin, dass für einen vollständigen und langanhaltenden Impfschutz zwei Impfdosen erforderlich sind. Laut Fachinformation müsse die zweite Dosis innerhalb von zwei bis sechs Monaten gegeben werden. Ärzte sollten daher sicherstellen, dass sie jeden Patienten zweimalig impfen können, bevor bei weiteren mit der Impfung begonnen wird. Außerdem verweist GSK auf die Handlungshinweise in der Engpass-Liste des PEI. Dort heißt es, die Handlungshinweise der STIKO seien in Vorbereitung. 

Shingrix

Shingrix® ist der erste Subunit-Totimpfstoff gegen Herpes zoster (HZ/su-Impfstoff), bestehend aus einer Kombination des Antigens Glykoprotein E und dem Adjuvanssystem AS01B. Laut dem Hersteller GlaxoSmithKline (GSK) ist das eingesetzte Glykoprotein E das am häufigsten vorkommende Oberflächenprotein von Varicella-zoster-Viren (VZV), hauptverantwortlich für die Vermehrung des Virus und das Hauptziel der Immunantwort. Zugelassen ist Shingrix® zur Vorbeugung von Herpes zoster (HZ) und postzosterischer Neuralgie (PZN) bei Erwachsenen im Alter von 50 Jahren. 


jb / DAZ.online
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7 Kommentare

Kein Impfstoff vorrätig

von Monika Rahn am 05.11.2019 um 16:44 Uhr

Ich habe Anfang des Jahres ,eine Gürtelrose mit schwerem Verlauf gehabt ! Danach dann gleich eine schwere Lungenentzündung ! Ist ja nicht unüblich ! Ich lebe alleine ,konnte die Krankheiten schlecht händeln ! Ich leide noch heute an den Folgen ! Auf Anraten ,einer Freundin ,nicht etwa meines Hausarztes ,möchte ich mich impfen lassen gegen Gürtelrose ! Ich möchte diese Schmerzen und diesen Krankheitsverlauf ,nicht noch einmal durchmachen und erleben müssen ! Ich weiß auch nicht ,ob ich die Gürtelrose ,den Verlauf , noch einmal alleine händeln kann ! Aber ,es ist nicht möglich ,da seit längerem schon ein Engpass beim Impfstoff besteht ! Wo leben wir eigentlich ! Was ist ein Mensch in unserem ,"reichen Land " eigentlich wert ? Ich mag nicht weiter darüber nachdenken ! So was darf nicht passieren ,schon garnicht bei wichtigen Medikamenten ,die für Menschen ja oft auch lebenswichtig sind !

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Gürtelrose

von rembrandt schnizler am 22.07.2019 um 15:32 Uhr

Im April hatte ich die erste Impfung gegen Gürtelrose . Für die Zweite ist der Impfstoff aus Deutschland erst im Dezember wieder zu bekommen . Meine Apotheke hat einen Import Impfstoff der aber fast das Doppelte kostet.Diese Kosten will meine Krankenkasse nicht übernehmen ,zu hoch .Ist das Rechtens ?

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Shingrix Lieferung

von Susanne am 22.07.2019 um 9:09 Uhr

Von meiner Ärztin erfuhr ich, dass eine große Lieferung gestohlen wurde und deshalb das Medikament derzeit nicht verfügbar wäre.

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Shingrix Impfstoffs

von Frank ursula am 19.07.2019 um 15:48 Uhr

Mein Mann und ich sind vor 10 Wochen
geimpft worden,warten jetzt dringend auf die 2. Impfung , aber der Impfstoff ist nicht zu bekommen!!!
Das ist ein Skandal!!!!!!
Wo leben wir eigentlich?
Erst wird gepredigt wir sollen uns impfen lassen und jetzt gibt es keinen Impfstoff (Shingrix)

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Impfstoff "Shingrix"

von Pauline Phal am 04.07.2019 um 13:10 Uhr

Hatte am 15.04.19 meine 1. Impfung,
nun habe ich heute erfahren, der Impfstoff ist
erst Ende 2019 Lieferbar - reicht die lange Zeit
für die 2. Impfung ???
Bitte um Ihre Rückantwort!
Im voraus vielen Dank.

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AW: Impfstoff "Shingrix"

von Wolfgang Freund am 12.08.2019 um 10:37 Uhr

Die zweite Impfung muß spättesten bis 6 Monaten gegeben werden

Impfstoff Gürtrlrose

von Wernstedt am 21.06.2019 um 12:28 Uhr

Habe am 06.06.2019 ein Rezept eingereicht für eine Impfung gegen Gürtelrose und bezahlt. Heute habe ich bei meiner Hausapotheke erfahren das mein Impfstoff erst Ende 2019 lieferbar ist. Bekomme ich mein Geld zurück bin Privatversichert.

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