PGEU-Positionspapier

Lieferengpässe: EU-Apothekerverband fordert Ausgleich für Apotheken

Remagen - 14.05.2019, 17:50 Uhr

Fehlanzeige in der Warenwirtschaft: Der Europäische Apothekerverband PGEU fordert für Apotheken einen finanziellen Ausgleich für den Stress mit Lieferengpässen. ( r / Foto: imago images / Steinert)

Fehlanzeige in der Warenwirtschaft: Der Europäische Apothekerverband PGEU fordert für Apotheken einen finanziellen Ausgleich für den Stress mit Lieferengpässen. ( r / Foto: imago images / Steinert)


Mit einem neuen Positionspapier „trommelt“ der europäische Apothekerverband erneut um mehr Aufmerksamkeit für das Problem der Lieferengpässe bei Arzneimitteln. Darin wird auch ein finanzieller Ausgleich für den zusätzlichen Aufwand der Apotheker gefordert.

Nach den Erkenntnissen des europäischen Dachverbandes der Apotheker (PGEU) nehmen Arzneimittelverknappungen weiter zu. Entsprechend wächst die Sorge um die Patienten. Die Apotheker fühlen sich in ihrem Anliegen bestärkt durch die jüngeren Aktivitäten von Behörden und Politik. Hierzu verweist die PGEU zum einen auf die europäische HMA/EMA Task Force on Availability of authorised medicines for human and veterinary use (TF AAM) und zum anderen auf die jüngsten Empfehlungen der Europäischen Kommission zur strategischen Agenda der EU für 2019-2024

Darin heißt es explizit, dass die EU-Arzneimittelvorschriften Arzneimittelknappheit verhindern und die Verfügbarkeit, Erschwinglichkeit und den Zugang zu Therapien verbessern sollen. Damit habe die Juncker-Kommission deutlich gemacht, dass das Problem auf europäischer Ebene angegangen werden müsse. Um ihrer Besorgnis noch mehr Nachdruck zu verleihen, hat die PGEU jetzt ein neues Positionspapier zu Arzneimittelverknappungen präsentiert. 

5,6 Stunden Mehrarbeit wegen Lieferengpässen

Wie darin nachzulesen ist, verfolgt der Verband die Situation bezüglich Lieferengpässen in den Ländern inklusive der Auswirkungen auf die Apothekenpraxis alljährlich mit Hilfe von Umfragen. Für 2018 hätten alle 21 (Responder-) Mitgliedsländer angegeben, in den letzten zwölf Monaten Verknappungen gehabt zu haben und fast 40 Prozent beobachteten eine Verschlimmerung des Phänomens gegenüber dem Vorjahr. Im Schnitt hätten Apotheker in Europa 5,6 Stunden pro Woche aufwenden müssen, um die Folgen der Engpässe zu bewältigen.

„Die europäischen Offizinapotheker tun ihr Bestes, um sicherzustellen, dass die Patienten dauerhaft Zugang zu ihren Behandlungen haben“, betont PGEU-Präsident Michał Byliniak in einer Pressemitteilung. „Leider ist die Bewältigung von Verknappungen in den letzten Jahren zur täglichen Beschäftigung geworden.“ Dies führe zu Unannehmlichkeiten und Stress für die Patienten und koste die Apotheker eine Menge an Ressourcen, die besser in die Betreuung der Patienten gesteckt werden könnten, fügt Byliniak an.



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Endlich

von Horst am 15.05.2019 um 13:12 Uhr

Es wäre wirklich an der Zeit dieses Thema wesentlich stärker in den Focus zu stellen.
Jeden Tag geht wertvolle Zeit für die Beratung der Kunden verloren, weil wir uns mit den bürokratischen Auswüchsen von Schreibtisch-Tätern beschäftigen müssen.
Hinzu kommen nun noch, stetig zunehmend, die mühseligen und zeitraubenden Gespräche mit Ärzten und Kunden bezüglich der Nichtlieferbarkeit. allen voran die Valsartan-Thematik und die Impfstoff-Engpässe.
Doch anstatt auch diese Problematiken bei der Politik intensivst und ohne Unterlass zu thematisieren, beschäftigt sich unsere AB-da! mit dem Umzug und die ganzen hochdotierten, in ihrem Nutzen sehr in Frage stehenden Mitarbeiter werden ihre Zeit damit verbringen sich das schönste Schlaf-Büro auszusuchen.

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Schadensersatz ?!

von ratatosk am 14.05.2019 um 18:45 Uhr

Schön wärs , aber die Politik hat das System in Zusammenarbiet mit der GKV über die Zeit ja herbeigeführt. Zu glauben, diese Interessen untergehen, oder Fehler zugegeben werden, was für solche Beschlüße nötig wäre, wäre mehr als naiv.
Weiteres Beispiel ist ja das verrückte Securpharm System, das dazu führen wird, daß z.B in den Niederlanden sich mehrere Hersteller schon geäußert haben, daß sie die Produktion einfacher und billiger Generika einstellen werden, da es hiermit nicht mehr kostendeckend sei für die NL als kleineren Markt zu produzieren.

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