Cannabidiol

Rossmann und dm nehmen CBD-Öle aus dem Sortiment

Berlin - 26.04.2019, 16:00 Uhr

CBD boomt. Auch dm und Rossmann wollten von dem Hype profitieren. Wenige Monate nachdem die Drogerieketten CBD-Produkte eingeführt hatten, nahmen sie diese wieder aus dem Sortiment. Ob freiwillig oder nicht - dazu wollten sich die Konzerne nicht äußern. (Foto: imago)

CBD boomt. Auch dm und Rossmann wollten von dem Hype profitieren. Wenige Monate nachdem die Drogerieketten CBD-Produkte eingeführt hatten, nahmen sie diese wieder aus dem Sortiment. Ob freiwillig oder nicht - dazu wollten sich die Konzerne nicht äußern. (Foto: imago)


Aus für Cannabidiol (CBD)-Supplemente bei Rossmann und dm: Nachdem die Drogerieketten die CBD-Öle vor wenigen Monaten erst ins Sortiment aufgenommen hatten, verschwinden sie nun wieder aus den Regalen. Weshalb die CBD-Kaugummis weiter erhältlich sind, ist unklar. Denn nach Auffassung des BVL sind CBD-haltige Lebensmittel nur als Novel Food verkehrsfähig.

Manche Produktkarrieren währen nur kurz: In dieser Woche haben dm und Rossmann ihre CBD (Cannabidiol)-Öle aus den Regalen. Erst vor wenigen Monaten hatte dm CBD-Öle der Marke „Limucan“ und Rossmann ein Hanfölprodukt von „Nutree“ ins Sortiment aufgenommen. Die ebenfalls erst kürzlich eingeführten, aus der Schweiz importierten CBD-Kaugummis wie etwa „Taffinaff“ sollen vorerst weiterverkauft werden.

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Dies überrascht, da es sich bei Kaugummis ja ebenfalls um Lebensmittel handelt. Und nach Auffassung des BVL sind mit CBD angereicherte Lebensmittel nur als Novel Food oder als Arzneimittel verkehrsfähig. Weshalb nur die Öle, aber nicht die Kaugummis aussortiert wurden, dazu wollten sich die beiden Drogerieketten auf Nachfrage von DAZ.online nicht äußern.

Reine Vorsichtsmaßnahme?

Ob sie sich freiwillig oder auf behördlichen Druck hin von den Ölen getrennt hatten, dazu schweigen die Drogerieketten ebenfalls. Auch wenn CBD kein Betäubungsmittel ist, hat die Justiz die beliebten Hanfprodukte derzeit im Visier. So führte die  Polizei in den vergangen Wochen mehrere Razzien in CBD-Shops durch, in denen nicht berauschende Hanfprodukte verkauft wurden. Der Hanfautomat in Trier, der erst vor kurzem in Betrieb genommen wurde, wurde beschlagnahmt.

Nicht berauschend, trotzdem heikel

Zwar wirkt CBD nicht psychoaktiv und ist auch kein Betäubungsmittel. Doch der rechtliche Status von Cannabisprodukten außerhalb medizinischer Zwecke ist nicht nur aufgrund der Novel-Food-Verordnung heikel. Auch der THC-Gehalt von Hanfprodukten darf dem Betäubungsmittelgesetz zufolge 0,2 Prozent nicht überschreiten. Medienberichten zufolge wurden bei dem 10-prozentigen CBD-Öl von Limucan bei einer Stichprobe offenbar eine geringfügige Überschreitung festgestellt.

Nicht nur hierzulande gibt es regulatorische Unsicherheiten bei CBD-Produkten: Wie DAZ.online zuvor berichtete, befasst sich aktuell auch die amerikanische FDA  mit der Abgrenzung von Cannabisprodukten.


Dr. Bettina Jung, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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