USA

Die FDA will den Cannabidiol-Markt aufräumen

Remagen - 26.04.2019, 09:45 Uhr

Die US-Arzneimittelbehörde FDA will Ordnung in den Markt mit Cannabidiol-Produkten bringen. (c / Foto: FDA)

Die US-Arzneimittelbehörde FDA will Ordnung in den Markt mit Cannabidiol-Produkten bringen. (c / Foto: FDA)


Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) will Ordnung im Cannabidiol-Markt schaffen und führt dazu eine öffentliche Anhörung durch. Sie soll die Regulierungsmöglichkeiten von Produkten aufzeigen, die Cannabis und Cannabis-Verbindungen einschließlich Cannabidiol (CBD) enthalten. Hier herrscht einiger Wildwuchs, vor allem seit Nutzhanf in den USA legalisiert wurde.

Nach einer Mitteilung hat die amerikanische Arzneimittelbehörde in den letzten Jahren ein wachsendes Interesse an der Entwicklung von Arzneimitteln und anderen Consumer-Produkten auf der Basis von Cannabis (Cannabis Sativa L.) und seiner Komponenten beobachtet, einschließlich Cannabidiol (CBD).

Besonders die Verfügbarkeit von Cannabidiol-Präparaten als Nahrungsergänzungsmittel und Lebensmittel des allgemeinen Verzehrs oder Kosmetika soll dramatisch angestiegen sein. CBD wird in einer Vielzahl von Produkttypen vermarktet, zum Beispiel als Öl, Kapseln, Sirup, Tee und äußerlich in Lotionen und Cremes. Die Produkte werden zwar häufig online verkauft, aber auch die Apotheken mischen offenbar in dem Geschäft kräftig mit. Medienberichten zufolge bietet die US-amerikanische Apothekenkette CVS seit Mitte März 2019 in 800 Filialen Cannabidiol-Produkte an.

Nutzhanf ist legal, aber …

Die regulatorische Situation für die Produkte ist vertrackt. Im Dezember 2018 ist in den USA der „Agriculture Improvement Act“ in Kraft getreten. Das Gesetz etablierte unter anderem eine neue Kategorie von Cannabis beziehungsweise Cannabis-Derivaten mit der Bezeichnung „Hanf“, die sich durch einen geringen Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) auszeichnet (maximal 0,3 Prozent im Trockengewicht). Dieser „Hanf“ fällt nicht mehr unter den Controlled Substances Act und ist damit nicht illegal. Als das Gesetz in Kraft trat, hatte die FDA in einem Statement postwendend klargestellt, dass Cannabis-Produkte, für die ein therapeutischer Nutzen beansprucht werde, zugelassen werden müssten und dass es ungesetzlich sei, Lebensmittel, inklusive Nahrungsergänzungen, mit Cannabidiol- oder THC-Zusatz landesweit zu verkaufen. Zur Begründung wird angegeben, dass beide auch Wirkstoffe in zugelassenen Arzneimitteln sein könnten. Tatsächlich hat die FDA im Juni 2018 das Arzneimittel Epidiolex® mit dem Wirkstoff Cannabidiol gegen bestimmte seltene und schwere Epilepsieformen zugelassen.



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Märke abstecken

von Krankgemacht am 31.05.2019 um 0:26 Uhr

Damit für die Pharma genug Geld im Topf ist, muss die FDA schnell die Keule schwingen, um die Konkurrenz davon zu fegen. Ja, so ist es im organisierten Verbrechen, dass Märkte abgesteckt werden oder die Großen sich diese Märkte aufteilen. Schön, dass es dem Artikel zu entnehmen ist. Aber schade, dass nicht dabei steht, dass sehr viele Menschen in den USA sich gar keine richtige medizinische Versorgung leisten können und Trump die Fortschritte von Obama gerne über den Haufen treten möchte. Aber bevor der Bürger seine Medizin falsch anwendet, hat er besser keine, da er sich die Pharmapillen nicht leisten kann. So wird einem geholfen. Konzerne mischen aber nicht erst in Zeiten der Relegalisierung mit. https://hanftube.de/2018/10/12/die-macht-der-konzerne-im-war-on-drugs/

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