Arzneimittelversand in den USA

Amazon startet Marketingkampagne für PillPack

München - 25.04.2019, 17:00 Uhr

Medienberichten zufolge soll Amazon bei seinen Prime-Kunden in den USA jetzt mit der Vermarktung der US-Versandapotheke PillPack begonnen haben. (c / Foto: imago)

Medienberichten zufolge soll Amazon bei seinen Prime-Kunden in den USA jetzt mit der Vermarktung der US-Versandapotheke PillPack begonnen haben. (c / Foto: imago)


Knapp ein Jahr nach der Übernahme der US-Versandapotheke PillPack durch Amazon für etwa eine Milliarde Dollar startet der Internetriese offenbar mit der aktiven Vermarktung der Neuerwerbung.

Wie das Online-Fachmagazin mobihealthnews.com berichtet, wirbt der US-Versandhändler bei seinen Amazon-Prime-Kunden seit Kurzem für die Angebote von PillPack. Beleg dafür seien Meldungen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, wo Nutzer Screenshots von der Werbung veröffentlicht hätten. Demnach biete Amazon bei Bestellungen via PillPack eine kostenlose Lieferung an. Zudem verlinke die Amazon-Werbung auf eine Webseite von PillPack, die eine monatliche Belieferung mit Arzneimitteln offeriere.

PillPack hat sich darauf spezialisiert, Medikamente in individualisierten Dosierungen und Blistern zu liefern und für den kontinuierlichen Nachschub mit diesen Arzneien zu sorgen. Das Geschäftsmodell zielt vor allem auf chronische Patienten, die regelmäßig bestimmte Arzneimittel zu sich nehmen müssen.

Amazon intensiviert Schritte im US-Apothekenmarkt

In den vergangenen zwei Jahren zeigte Amazon zunehmende Ambitionen, neben seinen bisherigen Geschäftstätigkeiten auch in den Gesundheitsbereich und den Arzneimittelversand hineinzugehen, was von Branchenbeobachtern und Wettbewerbern ob der Marktmacht des Konzerns vielfach mit Unbehagen aufgenommen worden ist. Der Kauf von PillPack im Juni 2018 stellte einen solchen Schritt dar. Aus Sicht des US-Konzerns ist es allerdings eine logische Konsequenz, die Dienste von PillPack nun unter dem Dach von Amazon Prime aktiv zu bewerben. 

Mehr zum Thema

Im Januar 2018 hatte Amazon eine Partnerschaft mit der Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway und der US-Bank JPMorgan Chase zum Aufbau einer gemeinsamen Krankenversicherung angekündigt – in erster Linie für die eigenen Mitarbeiter, in einem weiteren Schritt möglicherweise aber auch darüber hinaus. Allerdings, so mobihealthnews.com, seien weitere Details dieser Kooperation bislang nicht bekannt geworden.

Darüber hinaus habe Amazon diesen Monat mitgeteilt, dass sein Sprachassistenzsystem Alexa auch in der Gesundheitskommunikation eingesetzt werden soll. Zudem hat der Amazon-Beobachtungsdienst TJI Research darauf hingewiesen, dass Amazon mittlerweile in Indien Kranken- und Lebensversicherungen verkaufe. Mobihealtnnews.com rechnet mit weiteren Aktivitäten von Amazon im Gesundheitsbereich, unklar sei allerdings, in welche Richtung diese gehen werden.


Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Der Online-Gigant entdeckt den Gesundheitssektor

Wer hat Angst vor Amazon?

US-Versandkonzern steigt ins Arzneimittelgeschäft ein

Die Amazon-Pillpack-Lovestory

US-Gesundheitsmarkt in Bewegung

Was steckt hinter dem Amazon-PillPack-Deal?

DAZ.online-Themenwoche Digitalisierung

Alle fürchten Amazon

0 Kommentare

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.