Rote-Hand-Brief zur neuen Formulierung

Neues Euthyrox: Was Apotheker wissen müssen

Bonn / Darmstadt / Stuttgart - 10.04.2019, 14:45 Uhr

Ab Mitte April will Merck auch in Deutschland Euthyrox mit neuer Formulierung einführen. Was sollten Apotheker ihren Euthyrox-Patienten bei der Umstellung raten? (m / Foto: Merck)

Ab Mitte April will Merck auch in Deutschland Euthyrox mit neuer Formulierung einführen. Was sollten Apotheker ihren Euthyrox-Patienten bei der Umstellung raten? (m / Foto: Merck)


In Frankreich gab es große Aufregung um die Einführung der neuen Formulierung von Mercks Schilddrüsenpräparat Lévothyrox. Nun steht auch in Deutschland die Umstellung von Euthyrox an. Welche Hinweise sollen Apotheker ihren Euthyrox-Patienten bei Umstellung mitgeben? Darüber informiert ein Rote-Hand-Brief von Merck und BfArM.

Ab Mitte April / Anfang Mai 2019 führt Merck sein „neues“ Euthyrox® auch in Deutschland ein. In Frankreich geschah dies bereits vor etwa zwei Jahren und sorgte für Tumult bis hin zu Klagen gegen Merck.
Das „neue“ Euthyrox® unterscheidet sich vom bisherigen Euthyrox®-Präparat nur in zwei Hilfsstoffen: Es enthält statt Lactose-Monohydrat nun Mannitol und Citronensäure. Auch wenn der eigentliche Wirkstoff Levothyroxin-Natrium unverändert bleibt kann es aufgrund der engen therapeutischen Breite von Levothyroxin, wie beim Wechsel auf ein Präparat eines anderen Herstellers, auch bei einer Veränderung des bereits eingenommenen Präparates in einigen Fällen zu einem inadäquaten Arzneistoffspiegel und dadurch zu Nebenwirkungen kommen.

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„Eine adäquate Kommunikation an das medizinische Fachpersonal sowie die Patienten vor und während der Umstellungsphase von der bisherigen auf die geänderte Formulierung von Euthyrox® ist deshalb wichtig, um das potenzielle Risiko eines Ungleichgewichts der Schilddrüsenhormone und assoziierter Nebenwirkungen zu minimieren und einer möglichen Verunsicherung der betroffenen Patienten entgegenzutreten“, erklärte das BfArM bereits im Bulletin zur Arzneimittelsicherheit aus dem September 2018. Was konkret auch von den Apothekern erwartet wird, darüber informiert aktuell ein Rote-Hand-Brief zu Euthyrox® von Merck und BfArM.

Euthyrox-Patienten in der Apotheke

Der Rote-Hand-Brief gibt Apothekern fünf Beratungshinweise für ihre Euthyrox®-Patienten an die Hand: 

  • „Weisen Sie die Patienten darauf hin, Euthyrox® Tabletten in der neuen Zusammensetzung genauso einzunehmen wie Euthyrox® Tabletten in der ursprünglichen Zusammensetzung.“
  • „Raten Sie den Patienten, beim Wechsel zu Euthyrox® Tabletten in der neuen Zusammensetzung mit ihrem Arzt bezüglich der Notwendigkeit einer engmaschigen Kontrolle Rücksprache zu halten.“
  • „Raten Sie den Patienten, nicht zu Euthyrox® Tabletten in der ursprünglichen Zusammensetzung zurück zu wechseln, sobald sie mit der Einnahme von Euthyrox® Tabletten in der neuen Zusammensetzung begonnen haben.“
  • „Händigen Sie den Patienten die Patienteninformation aus.“
  • „Beachten Sie bitte, dass sich die Packungsgestaltung geändert hat.“


Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Euthyrox alt und neu

von Christoph Stackmann am 11.04.2019 um 8:44 Uhr

Mal rein hypothetisch gedacht: den Krankenkassen ist der Austausch doch egal, solange die PZN identisch sind. Und es ist noch „ Altware“ im Umlauf. Ich kann beim GH doch gar nicht „ das alte“ oder „ das neue“ Euthyrox bestellen. Oder doch?

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