Masernausbruch in den USA

US-Landkreis verbannt nicht geimpfte Kinder

München - 28.03.2019, 07:00 Uhr

Masernimpfungen werden in einigen Regionen der USA offenbar nicht allzu ernst genommen. Ein Landkreis im US-Bundesstaat New York hat nun nicht geimpfte Kinder von öffentlichen Plätzen verbannt. (Foto: Imago)

Masernimpfungen werden in einigen Regionen der USA offenbar nicht allzu ernst genommen. Ein Landkreis im US-Bundesstaat New York hat nun nicht geimpfte Kinder von öffentlichen Plätzen verbannt. (Foto: Imago)


Das Thema Masern schlägt auch in den USA hohe Wellen. Der Landkreis Rockland County im Bundesstaat New York hat wegen eines Masernausbruchs jetzt einen 30-tägigen Notstand ausgerufen. Nicht geimpfte Kinder müssen sich damit von öffentlichen Orten fernhalten.

Mit drastischen Mitteln versucht der rund 40 Kilometer nördlich von New York City gelegene Landkreis Rockland County einen seit Monaten anhaltenden Masernausbruch unter Kontrolle zu kriegen: Nach Ausrufung des Notstands dürfen sich nicht geimpfte Kinder unter 18 Jahren ab sofort nicht mehr an öffentlichen Plätzen wie Schulen, Gotteshäusern und Einkaufszentren, aber auch an Bushaltestellen und in Bahnhöfen aufhalten. Konkret sind mit dem Erlass Bereiche definiert, an denen „mehr als zehn Personen“ zusammenkommen könnten. Das teilte der Bezirk in einer Presseerklärung mit.

Den Angaben zufolge kämpft die Region seit Oktober vergangenen Jahres mit Masernausbrüchen. Demnach habe es bisher 153 Krankheitsfälle gegeben. Das sei der größte unter mehreren Masernausbrüchen, die derzeit in den USA auftreten - und der längste Masernbefall seit dem Jahr 2000. Laut US-Medien machen die Behörden dafür den Widerstand von Impfgegnern verantwortlich.

„Wir müssen alles in unser Macht stehende tun, um diesen Ausbruch zu beenden“, sagte Landrat Ed Day. Außerdem müssten Menschen geschützt werden, die aus medizinischen Gründen nicht gegen Masern geimpft werden könnten sowie Kinder, die zu jung für eine Impfung seien.

Landrat: 27 Prozent der Kinder nicht geimpft

Laut Landrat Day sind trotz großer Impfkampagnen immer noch 27 Prozent der Menschen im Alter zwischen einem Jahr und 18 Jahren nicht geimpft. Besonders hoch sei der Anteil nicht geimpfter Menschen in Gegenden, in denen viele orthodoxe Juden lebten. Diese lehnen Impfungen vielfach aus religiösen Gründen ab.

Nach US-Medienberichten ist unklar, wie das Verbot durchgesetzt werden soll. Der Landrat teilte mit, dass es keine Polizeipatrouillen und Kontrollen von Impfdokumenten geben werde. Sollten allerdings Personen angetroffen werden, die gegen die Auflagen verstoßen, würden diese der Staatsanwaltschaft gemeldet.

Auch in Deutschland wird das Thema Masern aktuell intensiv diskutiert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich dieser Tage für eine Masern-Impfpflicht in Kitas und Schulen ausgesprochen.


Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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