USA

Wegen Opioid-Klage: Purdue Pharma zahlt 270 Millionen Dollar

Berlin - 27.03.2019, 12:00 Uhr

War Purdue Pharma mit schuld an der Opioid-Epidemie in den USA? Die erste Klage durch millionenschwere Vergleichssumme wurde beigelegt - etwa 1600 weitere folgen. (Foto: imago)

War Purdue Pharma mit schuld an der Opioid-Epidemie in den USA? Die erste Klage durch millionenschwere Vergleichssumme wurde beigelegt - etwa 1600 weitere folgen. (Foto: imago)


Die erste der rund 1600 Klagen in den USA gegen Purdue Pharma ist beilgelegt: Der umstrittene Oxycontin-Hersteller zahlt 270 Millionen US-Dollar. Dem Unternehmen der Familie Sackler wird vorgeworfen, die Opioid-Epidemie in Amerika durch zweifelhafte Vertriebspraktiken vorangetrieben zu haben.  

Der Hersteller des berüchtigten Schmerzmittels Oxycontin, Purdue Pharma, hat einen ersten Vergleich im Rechtsstreit um seine Rolle in der grassierenden US-Drogenkrise akzeptiert. Der Konzern stimmte einer Zahlung von 270 Millionen Dollar (240 Millionen Euro) zu, um eine Klage des Bundesstaates Oklahoma beizulegen. Das teilte der dortige Generalstaatsanwalt Mike Hunter am Dienstag mit. Das Geld soll unter anderem für ein Suchthilfezentrum verwendet werden

Purdue wird vorgeworfen, mit seinem suchtgefährdenden Schmerzmittel Oxycontin ein Wegbereiter der Opioid-Epidemie und Drogenkrise in den USA gewesen zu sein. Der Konzern ist in den Staaten mit mehr als 1600 Klagen konfrontiert. Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC haben Oxycontin und andere opioidhaltige Medikamente 2017 beim Tod von 48.000 Menschen in den USA eine Rolle gespielt. 

Hersteller begrüßt Vergleich

Purdue befindet sich im Besitz der milliardenschweren Sackler-Familie, die ihren Namen durch Spenden für Museen, Universitäten und andere öffentliche Einrichtungen bekannt machte, durch Oxycontin aber massiv in die Kritik geraten ist. Purdue Pharma begrüßte den Vergleich in einem Statement. Die Einigung sei Ausdruck „unseres Einsatzes, Lösungen in der Opioid-Krise voranzutreiben", teilte Vorstandschef Craig Landau mit.  

Die Sackler-Familie und ihr Unternehmen haben Anschuldigungen, die Suchtgefahren von Oxycontin verschleiert und das Schmerzmittel mit rücksichtslosen und dubiosen Vertriebsmethoden in den Markt gedrückt zu haben, stets abgestritten. Die Firma solle die Ärzte auch noch dann zur Verschreibung höherer Oxycontin-Dosen gedrängt haben, als die Risiken längst bekannt waren.

Proteste gegen Sackler-Familie

Inzwischen dürften die Sacklers auch um ihren Ruf fürchten. Denn die Proteste gegen die Praktiken des Clans nehmen zu und haben inzwischen schon bewirkt, dass Museen in London und New York keine Spenden mehr von ihm annehmen wollen. Auch die Investmentfirma, die das Familienvermögen verwaltete, will mit den Sacklers nichts mehr zu tun haben.  

Der erste Prozess wurde damit abgewendet, ohne dass die Sacklers öffentlich vor Gericht aussagen mussten. Der nun geschlossene Vergleich könnte richtungsweisend für weitere Klagen sein. Medienberichten zufolge hatte Purdue Pharma mit Oxycontin in den letzten Jahren mehrere Milliarden Dollar verdient.


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