Siponimod

Erste Therapieoption bei sekundär progredienter MS in USA zugelassen

Berlin - 27.03.2019, 14:00 Uhr

Erst Gilenya, jetzt Mayzent: Der Schweizer Pharmakonzern Novartis will hoch hinaus bei der Multiplen Sklerose. ( r / Foto: imago)

Erst Gilenya, jetzt Mayzent: Der Schweizer Pharmakonzern Novartis will hoch hinaus bei der Multiplen Sklerose. ( r / Foto: imago)


Novartis erhält in den USA die Zulassung für das Multiple Sklerose (MS)-Medikament Mayzent®. Die Indikation umfasst mehrere MS-Formen, darunter die sekundär progrediente Form, für die es bislang laut Novartis keine zugelassene Therapieoption gab. Auch der EMA liegt ein Zulassungsantrag vor.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Schweizer Pharmaunternehmen Novartis die Zulassung für sein neues Multiple-Sklerose-Medikament Mayzent® (Siponimod) erteilt. Mayzent ist laut Konzernmitteilung vom Mittwoch das erste oral einzunehmende Medikament zur Behandlung von sekundär progressiver Multipler Sklerose (MS).

Zugelassen ist das Mittel zur Behandlung von Erwachsenen mit schubförmigen Formen der Multiplen Sklerose, darunter die sekundäre progressive Multiple Sklerose (SPMS) mit aktiver Erkrankung, die schubförmig remittierende Multiple Sklerose (RRMS) und das klinisch isolierte Syndrom (CIS). Dieses „klinisch isolierte Syndrom" gilt in den meisten Fällen als Vorbote einer Multiplen Sklerose.

Was ist sekundär progrediente MS?

Von sekundärer Progredienz spricht man, wenn die Erkrankung nach anfänglich schubförmigem Verlauf in ein langsames, kontinuierliches Fortschreiten übergeht. Etwa 85 Prozent aller MS-Erkrankungen beginnen mit einem remittierend schubförmigen Verlauf. Ein schubförmiger MS-Verlauf kann jederzeit in einen sekundär progredienten Verlauf mit oder ohne aufgesetzte Schübe übergehen. Laut Novartis ist das nach zehn Jahren bei 25 Prozent der Patienten mit schubförmiger MS der Fall, nach 20 Jahren sogar bei der Hälfte.

Mayzent ist laut Novartis in den Staaten nun die erste zugelassene Therapieoption bei dieser MS-Form. Auch der europäischen Arzneimittelbehörde EMA liegt ein entsprechender Zulassungsantrag vor.

Wie wirkt Siponimod?

Der Wirkstoff Siponimod ist eine Weiterentwicklung von Fingolimod (Gilenya®, ebenfalls Novartis), das in Europa bereits seit 2011 als krankheitsmodifizierende Therapie der hochaktiven schubförmig-remittierenden MS zugelassen ist. Siponimod ist ein oral einzunehmender selektiver Sphingosin-1-Phosphat(S1P)-Rezeptormodulator der zweiten Generation, die sich unter anderem durch günstigere pharmakokinetische Eigenschaften auszeichnet. Die Interaktion am S1P1-Rezeptorsubtyp auf Lymphozyten verhindert, dass diese ins zentrale Nervensystem von MS-Patienten gelangen, und entfaltet damit eine entzündungshemmende Wirkung. Der Wirkstoff kann zudem die Blut-Hirn-Schranke überwinden und im Hirngewebe schädlichen immunologischen Prozessen entgegen wirken. 


dpa- AFX / Dr. Bettina Jung


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1 Kommentar

Neues ms Medikament

von Adam Frey am 15.07.2019 um 20:32 Uhr

Wird vermutet, dass es auch die mylinschride zu "Selbst Reparatur " hin bewegen könnte???

P.S, : die Hoffnung stirbt zuletzt



Mit freundlichen Grüßen
Adam



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