Akquisitionen von Zur Rose in 2018

DocMorris-Mutter zahlt rund 285 Millionen Euro für Zukäufe

Berlin - 27.03.2019, 13:45 Uhr

Der Pharmahandelskonzern Zur Rose (hier ein Lager in der Schweiz) hat im Jahr 2018 320 Millionen Franken für die Übernahmen anderer Versandhändler ausgegeben. (Foto: Zur Rose)

Der Pharmahandelskonzern Zur Rose (hier ein Lager in der Schweiz) hat im Jahr 2018 320 Millionen Franken für die Übernahmen anderer Versandhändler ausgegeben. (Foto: Zur Rose)


Die Muttergesellschaft von DocMorris, Zur Rose, hat seit Ende 2017 allein in Deutschland und den Niederlanden vier Versandapotheken übernommen. Hinzu kam 2018 der Kauf einer spanischen Handelsplattform. Der aktuelle Geschäftsbericht offenbart nun, dass der Konzern dafür insgesamt 320 Millionen Franken ausgegeben hat, das entspricht etwa 285 Millionen Euro.

Eurapon, Vitalsana, Medpex und Aporot – das sind die Namen der deutschen und niederländischen Versandapotheken, die der Schweizer Zur Rose-Konzern seit Ende 2017 erworben hat. Über die Absicht, mit diesen Deals die eigene Position im Arzneimittel-Versandgeschäft zu stärken, ließ sich die Muttergesellschaft von DocMorris gerne öffentlich aus. Über die Kaufpreise bewahrten die Schweizer hingegen meist Stillschweigen.

Bis jetzt. Im aktuellen Geschäftsbericht für das Jahr 2018 blickt Zur Rose auf diese Deals zurück und nennt dabei auch Preise. Dabei zeigt sich: Im Vergleich zum Umsatz und den Wachstumsmöglichkeiten der übernommenen Versandfirmen hat Zur Rose nicht zu teuer eingekauft.

Eurapon

Kurz vor dem Jahresende 2017 erwarb Zur Rose die Bremer Versandapotheke Eurapon Pharmahandel GmbH. Den Kaufpreis gibt das Unternehmen jetzt mit 59,4 Millionen Franken an, wobei die Zahlung selbst am 16. Juli 2018 stattfand.

Vitalsana

Ebenfalls Ende 2017 vermeldete der Schweizer Versandhändler den Kauf der vor allem auf rezeptfreie Medikamente ausgerichteten Versandapotheke Vitalsana B.V. und der ApDG Handels- und Dienstleistungsgesellschaft mbH. Der Kaufpreis an das Werbeunternehmen Ströer betrug den aktuellen Angaben zufolge 21 Millionen Franken. Dem stand ein für das Jahr 2016 kommunizierter Vitalsana-Umsatz von rund 30 Millionen Euro gegenüber. Das deutet darauf hin, dass das Zur Rose-Management einen guten Preis ausgehandelt hat.

Medpex

Im Oktober 2018 gab die Gruppe die Übernahme der Versandaktivitäten von Deutschlands drittgrößter Online-Apotheke Medpex bekannt. Im Rahmen dieser Transaktion erwarb Zur Rose neben der Medpex Wholesale GmbH in Ludwigshafen auch die IT-Firma Comventure GmbH in der Pfälzer Gemeinde Forst, die Marketingfirma Visionrunner GmbH in Mannheim sowie die Apotheke Esando B.V. im niederländischen Venlo. Die auf rezeptfreie Medikamente fokussierte Medpex Gruppe erzielte 2017 mit über 1,5 Millionen aktiven Kunden einen Umsatz in Höhe von rund 140 Millionen Euro.

Der vorläufige Kaufpreis setzte sich laut Zur Rose zusammen aus einem Festkaufpreis von 132,3 Millionen Franken (117,6 Mio. Euro), der wiederum aus einer Barzahlung von 100,1 Millionen Franken und Aktien der Zur Rose Group zum Marktwert von 32,2 Millionen Franken bestand. Dazu komme noch eine „bedingte Earn-out Komponente“ – ein erfolgsabhängiger Zusatzpreis – zwischen 0 und 111 Millionen Franken sowie ein Kaufpreis für das Warenlager. Die Kaufpreisbewertung ist laut Zur Rose noch nicht abgeschlossen. Die Finanzierung erfolgte über eine Kapitalerhöhung, die dem Unternehmen Ende 2018 rund 200 Millionen Franken frisches Geld einbrachte.



Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Inhaberwechsel?

von Pharmi am 27.03.2019 um 14:12 Uhr

Spannend bei der angeblichen Übernahme, dass die Inhaber inkl Anschrift zumindest bei Eurapon und Medpex die gleichen geblieben sind...

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