Interpharm 2019

Inhalatoren regelmäßig reinigen! Aber wie?

Stuttgart - 18.03.2019, 10:15 Uhr

Apothekerin Christiane Weber erklärte auf der Interpharm alles Wichtige, was es zu Inhalatoren zu wissen gibt. ( r / Foto: Schelbert)

Apothekerin Christiane Weber erklärte auf der Interpharm alles Wichtige, was es zu Inhalatoren zu wissen gibt. ( r / Foto: Schelbert)


Inhalatoren, wie sie bei Asthma und COPD eingesetzt werden, gehören zu den erklärungsbedürftigen Arzneiformen. Was dabei genau zu beachten ist, erklärte Apothekerin Christiane Weber in ihrem Seminar auf der Interpharm in Stuttgart. Unter anderem ging es darum, was bei der Reinigung der Devices zu beachten ist.

Viele der Inhalatoren, die bei der Arzneimittelkommission der Apotheker reklamiert werden, sind schlichtweg verstopft, aber eigentlich voll funktionsfähig. Das hat eine Auswertung der ABDA ergeben. Deswegen ist es essenziell, dass in der Apotheke Patienten bei der Abgabe darauf hingewiesen werden, ihre Devices regelmäßig zu reinigen. Was bei welchem Gerät zu beachten ist, erklärte Apothekerin Christiane Weber auf der Interpharm in Stuttgart.

So sollen Dosieraerosole einmal wöchentlich gereinigt werden, die Patrone solle man dabei abnehmen. „Mit einem trockenenTuch machen Sie nie etwas falsch“, so Weber, die auch Schulungen zu Inhalatoren in der Apotheke durchführt. Die meisten Inhalatoren könne man aber auch mit einen feuchten Tuch bzw. die Mundstücke sogar unter fließendem Wasser reinigen. Allerdings sollte man vorher einen Blick in die Gebrauchsinformation werfen, denn bei einigen Inhalatoren werde das nicht empfohlen.

Bei Foster® und Serevent® ist das zum Beispiel der Fall. Hier müsse man eben mit dem trockenen Tuch oder einem Wattestäbchen ran. Warum das so ist? Weber erklärt, sie habe bei dem Hersteller nachgefragt. Der erklärt das folgendermaßen: Foster ist eine Lösung. Der Hersteller befürchtet, dass nicht wasserlösliche Inhaltsstoffe auskristallisieren könnten, wenn sie mit möglichen Wasserrückständen im Mundstück in Berührung kommen. Reinigt man mit Wasser, ist es laut Weber wichtig, den Inhalator gut trocknen zu lassen. Die Wirkstoffpatrone dürfe nicht ins Wasser gelegt werden.

Auch Spacer müssten natürlich gereinigt werden. Das gehe am besten mit Leitungswasser und Spüli, so Weber. Oder in der Spülmaschine. Wichtig ist hier die Programmwahl: über 50 Grad, aber auf keinen Fall über 70° Grad. ES heißt, der Hersteller wolle den Hinweis auf die Spülmaschine sogar streichen. Der Vortex sei sogar vaporisierbar und auskochbar. Die Apothekerin wies auch darauf hin, dass viele Patienten gar nicht über die Möglichkeit informiert seien, einen Spacer zu verwenden oder ihn sich sogar verordnen zu lassen. Es lohne sich also gegebenenfalls Patienten darauf anzusprechen.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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