Ärzteschaft

Martina Wenker: Frau will an die Spitze der Bundesärztekammer

Berlin - 06.03.2019, 12:05 Uhr

Die Lungenärztin Martina Wenker will an die Spitze der Bundesärztekammer. ( r / Foto:dpa)

Die Lungenärztin Martina Wenker will an die Spitze der Bundesärztekammer. ( r / Foto:dpa)


Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin Martina Wenker will als erste Frau Präsidentin der Bundesärztekammer werden. Die Lungenärztin und Umweltmedizinerin kandidiert beim Deutschen Ärztetag Ende Mai in Münster für das höchste Amt in der ärztlichen Selbstverwaltung.

Dr. med. Martina Wenker kandidiert für das Amt der Präsidentin der Bundesärztekammer (BÄK). Die 60-jährige ist Fachärztin für Innere Medizin, Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie und Umweltmedizin. Sie arbeitet als Oberärztin in der Helios Lungenklinik in Hildesheim und ist seit mehr als zwei Jahrzehnten berufspolitisch engagiert: Seit 1997 ist sie Mitglied im Marburger Bund, ein Jahr später wurde sie Mitglied der der Kammerversammlung der Ärztekammer Niedersachsen. Vorstandsmitglied der Kammer ist sie seit 2002 und im Jahr 2006 wurde sie dort zur Präsidentin gewählt. Seit 2011 ist Wenker zudem BÄK-Vizepräsidentin.

Momentan bekleidet Frank Ulrich Montgomery den Präsidentenposten bei der BÄK – und zwar seit 2011. Doch im Mai will er nicht noch einmal antreten – das fordert auch Wenker heraus. Viele Kolleginnen hätten sie zu diesem Schritt ermuntert, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Wenkers Ziele und ihre Konkurrenten

In einer Pressemitteilung der niedersächsischen Kammer heißt es, Wenker sehe das Amt der BÄK-Präsidentin als Chance, auch auf Bundesebene für die Sicherstellung der hohen Qualität ärztlicher Behandlung zu streiten. Sie möchte die Versorgung von Schmerzpatienten verbessern und die palliativmedizinische Versorgung stärken. Im medizinethischen Kontext wolle sie die ärztlichen Grundwerte stärker sichtbar machen. Angesichts der Veränderungen in der Medizin, beispielsweise durch den digitalen Fortschritt, sieht Wenker die BÄK besonders gefordert, ihrer Rolle als unbestrittene ethische Institution der verfassten Ärzteschaft gerecht zu werden. Nicht zuletzt streite sie als Umweltmedizinerin für eine gesunde Umwelt.

Wenker wäre die erste Frau an der Spitze der BÄK überhaupt. Wenker hat allerdings Konkurrenz: Auch der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, Gerald Quitterer, der Allgemeinmediziner Klaus Reinhardt aus Bielefeld sowie der Berliner Ärztepräsident Günther Jonitz wollen an die Spitze der BÄK.

Unterstützung aus dem Marburger Bund

Aus ihrer Kammer hat Wenker volle Unterstützung, ebenso aus dem Marburger Bund: „Wir stützen die Kandidatur von Martina Wenker, weil wir davon überzeugt sind, dass sie die richtige Kandidatin zur richtigen Zeit ist. Sie bringt alles mit, was es für das höchste Amt der verfassten Ärzteschaft braucht“, erklärte Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes.

Die Bundesapothekerkammer hatte bereits zwei Mal eine Frau an der Spitze: Von 2005 bis 2008 war es Magdalene Linz (Niedersachsen). Erika Fink (Hessen) bekleidete das Amt nach dem Rücktritt von Ulrich Krötsch von 2009 bis 2012.


Kirsten Sucker-Sket / dpa
redaktion@daz.online


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