Hexal nimmt Stellung

Verwechslungsgefahr bei Estramon conti

Holzkirchen / Stuttgart - 05.03.2019, 12:45 Uhr

Hexal erkennt die Problematik bei Estramon conti, setzt aber nach eigener Ansicht bereits Maßnahmen um, die die Verwechslung von Hormonpflaster und Trockenmittel-Pad verhindern sollen. (m / Foto: Hexal AG)

Hexal erkennt die Problematik bei Estramon conti, setzt aber nach eigener Ansicht bereits Maßnahmen um, die die Verwechslung von Hormonpflaster und Trockenmittel-Pad verhindern sollen. (m / Foto: Hexal AG)


Die AMK informierte vergangene Woche über Risiken bei der Anwendung von Estramon conti®. Konkret ging es um die Verwechslungsgefahr des Hormonpflasters mit dem im Sachet angeklebten Trockenmittel-Pad. Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker sieht vor allem auch den Hersteller in der Verantwortung und aus ihrer Sicht „verhindert die Aufmachung des Arzneimittels (…) den oben genannten Anwendungsfehler und die daraus folgenden Risiken nur unzureichend.“ Das sieht Hexal anders und nimmt nun Stellung.

Öffnet man das Sachet von Estramon conti®, finden die Anwenderinnen zwei Dinge: ein estradiol- und norethisteronhaltiges Matrixpflaster – das Arzneimittel – und ein an der Sachet-Innenwand aufgeklebtes Trockenmittel-Pad. Das führt laut Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) offenbar zu Verwechslungen.

Die AMK informierte in dieser Woche bundesweit die Apotheken über die Fehlerquelle, beschrieb detailliert die Unterschiede zwischen Hormonpflaster und Trockenmittel-Pad und bat Apotheken um ein besonderes Augenmerk auf die Beratung, insbesondere bei Estramon-conti-naiven Patientinnen.

Hexal erkennt Problematik bei Estramon conti

Nicht zuletzt bemängelte die AMK, dass Hexal nicht direkt auf dem Hormonpflaster beziehungsweise dem Trockenmittel-Pad auf die jeweilige Funktion hinwies. Auch wenn die AMK die bereits vom Hersteller eingeleiteten Schritte würdigt – beispielsweise eine Patientenbroschüre, die Hexal mittlerweile beilegt –, erklärt die Arzneimittelkommission: „In der Zusammenschau der Fälle verhindert die Aufmachung des Arzneimittels aus Sicht der AMK den oben genannten Anwendungsfehler und die daraus folgenden Risiken nur unzureichend.“ Das sieht Hexal offenbar anders.

Dass Estramon conti® nicht ganz frei von Anwendungsfehlern ist, gibt Hexal offen zu, auch dass sich das Unternehmen darüber im Klaren ist. Gegenüber DAZ.online erklärt der in Holzkirchen bei München ansässige Pharmahersteller: „Wir sind uns der Problematik bewusst und haben seit der Markteinführung verschiedenste Maßnahmen veranlasst, um die Patienten klar zu informieren und eine mögliche Verwechslung zu minimieren." Welche Maßnahmen hat Hexal bereits umgesetzt?



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Estramon conti

von Madeleine Wauer am 05.03.2019 um 22:49 Uhr

Ich stimme dem Hersteller Hexal in allen Argumenten voll und ganz zu. Die Angaben in Packungsbeilage sowie Anwendungshinweise bzw. Vorgehensweise zur Anwendung o. g. Arzneimittels sind eindeutig!
Mit freundlichen Grüßen
Madeleine Wauer

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