Securpharm

Wareneingang: Verifizierung ist nicht bei allen Awinta-Systemen möglich

Stuttgart - 26.02.2019, 10:20 Uhr

Securpharm-Verifizierung: Awinta erfüllt zwar die gesetzlichen Vorgaben, die Verifizierung beim Wareneingang bereitet aber zum Teil Probleme. (c / Foto: Awinta)

Securpharm-Verifizierung: Awinta erfüllt zwar die gesetzlichen Vorgaben, die Verifizierung beim Wareneingang bereitet aber zum Teil Probleme. (c / Foto: Awinta)


Apotheker sind angehalten, verifizierungspflichtige Packungen, sofern sie denn welche in die Hand bekommen, bereits beim Wareneingang zu verifizieren. Dass das mit einem Kommissionierer nicht funktioniert, weil die benötigten Schnittstellen fehlen, ist bekannt. Doch auch ohne Automat gibt es zumindest bei manchen Awinta-Systemen Probleme mit der Verifizierung beim Wareneingang.

Warum ist es sinnvoll ein Arzneimittel nicht erst bei der Abgabe an den Patienten auf seine Echtheit hin zu prüfen, wie es Vorschrift ist, sondern schon beim Wareneingang? Securpharm beschreibt das folgendermaßen: „Die erste Verifizierung beim Wareneingang hat zwei wesentliche Vorteile. Zum einen können die Apotheken ihre Warenwirtschaft effizient gestalten, da Chargenbezeichnung und Verfalldatum nicht mehr per Hand eingepflegt werden müssen, sondern zusammen mit der PZN gescannt werden können. Zum anderen können bei einem Scan am Wareneingang nicht-abgabefähige Arzneimittel frühzeitig – und nicht erst in Anwesenheit des Patienten – erkannt und dem entsprechenden Lieferanten zugeordnet werden. Außerdem minimiert ein Scan bei Wareneingang das Risiko.“ Klingt irgendwie plausibel, also theoretisch. Denn abgesehen davon, dass es bislang kaum Packungen mit den Sicherheitsmerkmalen gibt, macht derzeit auch noch die Technik den Apothekern einen Strich durch die Rechnung. Da wäre zum einen das bereits bekannte Problem mit der Kommissionierer-Schnittstelle. Die benötigte WWKS2-Schnittstelle steht noch nicht zur Verfügung. Die Softwarehäuser haben diese für die kommenden Monate angekündigt.

Nur bei Prokas und Infopharm Funktion nutzbar

Doch auch die Verifizierung beim Wareneingang „von Hand“ klappt nicht bei allen. So ist das bei bestimmten Awinta-Systemen, unter anderem Jump® und One®, derzeit nicht möglich. Ein Sprecher des Softwarehauses erklärt dazu gegenüber DAZ.online: „Das Gegenscannen und das Ausbuchen von securpharmfähigen Packungen an der Kasse ist, wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben, in allen Warenwirtschaftslinien – Prokas®, Infopharm®, Pharmasoft®, Jump® und AwintaOne® – uneingeschränkt möglich. Die Verifizierung am Wareneingang ist eine Extra-Funktion, die nicht verpflichtend ist und nicht zwingend vorausgesetzt wird.“

Weiter erklärt er, dass Kunden von Prokas® und Infopharm® bereits jetzt schon die Funktion am Wareneingang nutzen könnten. Für die AwintaOne®-Kunden solle die Funktion im Frühjahr 2019 bereitstehen – ebenso für Pharmasoft-Kunden® mit dem geplanten Update. Bei Jump® sei die Funktion eigentlich vorhanden, aufgrund eines Fehlers bei der Auslieferung des letzten Versionsupdates stehe sie aber derzeit nicht zur Verfügung, werde aber mit der nächsten Version ausgeliefert. Wann das der Fall sein wird, sei allerdings nicht klar.

Bei ADG A 3000, Pharmatechnik Ixos und Winapo 64 hingegen gibt es Nutzern zufolge diesbezüglich keine Probleme.


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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1 Kommentar

Kann ja mal passieren…:-)

von Gunnar Müller, Detmold am 26.02.2019 um 19:36 Uhr

Erstaunlich ist nur, dass es im Hause AWINTA offensichtlich immer wieder passiert, dass Entwicklungen verschlafen werden.
Was sagt eigentlich der Vorstand der NOVENTI dazu? Und vor allem Mathias Arnold, ABDA-Vize und Vorsitzender des Apothekerverbands Sachsen-Anhalt ...
Mit seinen Kontakten zur NGDA müsste DER die Entwicklung doch voll im Griff gehabt haben, oder…?

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