Metaanalyse

COPD: Vitamin D kann Exazerbationsrate senken – aber nur bei Mangel

Berlin - 19.02.2019, 17:00 Uhr

Einer aktuellen Metaanalyse zufolge kann Vitamin D bei COPD-Patienten mit vorliegendem Mangel die Exazerbationsrate senken. (Foto: imago)

Einer aktuellen Metaanalyse zufolge kann Vitamin D bei COPD-Patienten mit vorliegendem Mangel die Exazerbationsrate senken. (Foto: imago)


Ist es sinnvoll, wenn COPD-Patienten Vitamin D einnehmen? Einer aktuellen Metaanalyse zufolge kann die Vitamin-D-Gabe die Rate an mittleren bis schweren Exazerbationen senken. Dieser Effekt war aber nur bei Blutspiegeln unter 25 Nanomol/Liter signifikant.

Die Datenlage zum „Alleskönner“ Vitamin D ist in vielen Indikationen nicht eindeutig. So auch bei der chronisch obstruktiven Atemwegserkrankung (COPD). Ob Supplementation bei COPD die Exazerbationsrate senken kann oder nicht, dazu gibt es widersprüchliche Daten. Einer aktuellen Metaanalyse zufolge, deren Ergebnisse vor kurzem im Fachjournal „Thorax“ publiziert wurden, kommt es wohl auf den Vitamin-D-Serumspiegel der Patienten an.

Effektiv bei niedrigen Serumspiegeln

Die Wissenschaftler hatten dazu individuelle Patientendaten von 469 Personen aus drei randomisierten, kontrollierten Studien zur Vitamin-D-Supplementation bei COPD-Patienten danach ausgewertet, wie sich die Rate an mittleren bis schweren Exazerbationen verhält. Insgesamt, über alle Patienten gemittelt, ergab sich kein signifikanter Nutzen.

Teilt man die Patienten jedoch in Subgruppen anhand ihres Vitamin-D-Spiegels zu Studienbeginn ein, ergeben sich Unterschiede. Bei Patienten, deren 25-Hydroxy-Vitamin-D-Serumspiegel unter 25 Nanomol/Liter (nmol/l) lag, zeigte sich ein signifikanter protektiver Effekt durch die Supplementation. Diese Grenze liegt, je nach Definition, im Bereich eines Vitamin D-Mangels oder einer manifesten Unterversorgung. Bei höheren Ausgangswerten verlor sich die Signifikanz.

Regelmäßige Gabe besser als Bolus

Die Ergebnisse decken sich mit den Daten einer früheren Metaanalyse, bei der es um das Auftreten von akuten Atemwegsinfektionen bei COPD-Patienten ging. Hier zeigte sich ein positiver Effekt zwar für alle Patienten, dieser war jedoch stärker ausgeprägt bei Patienten, deren Ausgangswerte unterhalb 25 nmol/l lagen. Außerdem zeigte sich in dieser früheren Analyse, dass eine tägliche oder wöchentliche Substitution effektiver war als die Bolusgabe.

Die Ergebnisse beider Metaanalysen sprechen dafür, dass das „Gießkannenprinzip“ bei der Vitamin-D-Supplementation von COPD-Patienten wenig zielführend ist. Doch in der Beratung kann es sich durchaus lohnen, COPD-Patienten darauf hinzuweisen, ihren Vitamin-D-Status überprüfen zu lassen und gegebenenfalls zur Substitution zu raten.


Dr. Bettina Jung, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Vitamin D

von Canola am 26.02.2019 um 1:34 Uhr

Ich bin echt begeistert, in welchen Bereichen Vitamin D alles helfen kann! In letzter Zeit lese ich häufiger von Vitamin D (vor allem hier: https://www.gaplus.eu ) und werde mich nun auf jeden Fall ausgiebiger darüber informieren :-)

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