Arzneimitteltherapie im Alter

Dritte Version der FORTA-Liste ist online

Stuittgart - 18.02.2019, 10:15 Uhr

Polymedikation ist bei älteren Patienten keine Seltenheit. (j / Foto: Sherry Young

                                        / stock.adobe.com)

Polymedikation ist bei älteren Patienten keine Seltenheit. (j / Foto: Sherry Young / stock.adobe.com)


Die FORTA-Liste ist neben beispielsweise den Beers-Kriterien oder der Priscus-Liste eines der bekanntesten Hilfsmittel bei der Pharmakotherapie von Älteren. Nun liegt die Liste, die am Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg entwickelt wurde, in der dritten Version vor.

Arzneimitteltherapie im Alter ist eine Herausforderung: Patienten sind oft multimorbide und nehmen folglich viele Arzneimittel. Diese Polymedikation sowie physiologische Veränderungen führen häufig zu unerwünschten Arzneimittelereignissen, die bei dieser Patientenklientel besonders oft zu Krankenhauseinweisungen führen. Studien zufolge sind etwa 5 Prozent der Krankenhauseinweisungen Folge von unerwünschten Arzneimittelereignissen. Bei älteren Patienten ist dies wohl noch häufiger der Fall.

Um für Ältere eine potenziell inadäquate Medikation (PIM) zu identifizieren und unerwünschte Ereignisse somit zu verhindern, gibt es mehrere Hilfsmittel. Eines davon ist die FORTA-Liste. Sie ist nun in der dritten Version online. FORTA (Fit-fOR-The-Aged) teilt die Alterstauglichkeit von Arzneimitteln in vier Kategorien ein:

A: unverzichtbar,
B: vorteilhaft,
C: fragwürdig,
D: vermeiden.

In der FORTA2018-Liste sind 296 Arzneimittel(-gruppen) für 30, im hohen Alter wichtige, Diagnosen bewertet. Die Liste steht kostenfrei online zur Verfügung, außerdem gibt es eine App.

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Die Grundidee ist die kritische Suche nach vorhandener Evidenz als Begründung für eine medikamentöse Behandlung. Die Gruppeneinteilung der Arzneistoffe hinsichtlich ihrer Alterstauglichkeit erfolgt anhand der verfügbaren Evidenz und von Expertenmeinungen bei fehlender Evidenz. Die FORTA-Liste, die es seit 2008 gibt und die im Bereich der Klinischen Pharmakologie an der Universität Heidelberg in Mannheim weiterentwickelt wird, ist die derzeit einzige Arzneimittelliste, die sowohl positive (Chancen) als auch negative Empfehlungen (Risiken) für die Behandlung älterer Patienten enthält. Die ebenfalls verbreitete Priscus-Liste beispielsweise ist eine Negativliste. Die FORTA-Liste hatte in klinischen Studien geholfen Nebenwirkungen zu vermeiden und das Befinden der Patienten zu bessern.


jb / DAZ.online
redaktion@daz.online


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