Apotheke 2.0

„Ein Mausklick wird niemals den persönlichen Händedruck ersetzen“

Münster / Stuttgart - 12.02.2019, 15:15 Uhr

Der persönliche Kundenkontakt ist nach wie vor wichtig in der Patientenberatung zu Arzneimitteln. ( r / Foto: belahoche / stock.adobe.com)

Der persönliche Kundenkontakt ist nach wie vor wichtig in der Patientenberatung zu Arzneimitteln. ( r / Foto: belahoche / stock.adobe.com)


Ziemlich genau vor einem Jahr ist mit „Apotheke 2.0“ in Westfalen-Lippe eine Idee geboren worden, die die Lotsenfunktion von Apotheken stärken sollte, um die Arzneimittelversorgung von älteren Patienten zu optimieren: Bewährtes erhalten und mit neuen Technologien unterstützen. Jetzt geht's mit Apotheke 2.0 tatsächlich los – unter prominenter Schirmherrschaft von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).

Bereits im Februar 2018 berichtete DAZ.online über ein neues Projekt mit dem zukunftsweisenden Namen „Apotheke 2.0“. Der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL), die Uni Osnabrück und das Netzwerk Gesundheit Euregio wollten damit gemeinsam die Gesundheitsversorgung der Menschen auf dem Land nicht nur erhalten, sondern sogar verbessern. Jetzt, ein Jahr später, geht die Idee tatsächlich live, und zwar im Kreis Steinfurt: „Ziel des Projektes ist, die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen, um den Menschen in strukturschwachen Regionen den persönlichen Kontakt zu seinem Apotheker zu erhalten und damit einen Umzug ins Pflegeheim oder stationäre Krankenhausaufenthalte so lange wie möglich zu vermeiden“, erklärt der AVWL-Vorsitzende Dr. Klaus Michels am Dienstag in Münster. Man wolle mit „Apotheke 2.0“ Strukturen schaffen, die Bewährtes erhalten und gleichzeitig mit neuen Technologien ergänzen.

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Bewährtes und Neues schließen sich nicht aus. „Unser Anspruch ist es, analoge und digitale Angebote sinnvoll und intelligent zu verknüpfen, so dass eine Entmenschlichung der Versorgung auf dem Lande verhindert wird“, sagt Hans-Jürgen Simacher, Geschäftsführer des AVWL. Und hier sieht der Apothekerverband wohl gerade in ländlicheren Regionen Gefahr im Verzug. Schlössen dort Arztpraxen, seien Apotheker hier die letzten Ansprechpartner, zumindest bei gesundheitlichen Anliegen.

Laumann übernimmt Schirmherrschaft von „Apotheke 2.0"

Dass Digitales lediglich als Unterstützung zu dem persönlichen Kontakt zu sehen ist, betont Dr. Olaf Elsner. Er ist Projektverantwortlicher bei „Apotheke 2.0“ für den Apothekerverband Westfalen-Lippe. Denn: „Dabei wird ein Mausklick niemals den persönlichen Händedruck ersetzen können.“

Auch eine gesundheitspolitische Prominenz konnten die Akteure hinter „Apotheke 2.0“ gewinnen: Der Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann, übernimmt die Schirmherrschaft für das dreijährige Projekt. Allerdings – so der Plan – sollen auch nach Projektabschluss in drei Jahren die erarbeiteten Ergebnisse nicht in den Untiefen von Steinfurts Kellern archiviert werden. Die Ergebnisse sollen eher Leuchtturmfunktion haben und nach Ende der aktiven Projektphase in Steinfurt „in allen Regionen des Landes genutzt werden“, so der Geschäftsführer des westfälisch-lippischen Apothekerverbandes Hans-Jürgen Simacher.


Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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