Afinitor-Rückruf bei CC-Pharma

Wegen„Erkenntnissen zu einem Vorlieferanten eines Zulieferers in der Lieferkette“

Stuttgart - 08.02.2019, 15:00 Uhr

CC-Pharma, hier der Hauptsitz in Densborn, ruft Afinitor zurück. (s / Foto: CC-Pharma)

CC-Pharma, hier der Hauptsitz in Densborn, ruft Afinitor zurück. (s / Foto: CC-Pharma)


Wie die Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker am gestrigen Donnerstag mitteilte, ruft Importeur CC-Pharma mehrere Chargen seines Immunsuppressivums Afinitor 10 mg zurück. „Nach neuen Erkenntnissen zu einem Vorlieferanten eines Zulieferers in der Lieferkette von Afinitor 10 mg“, habe man sich entschlossen, vorsorglich zurückzurufen, heißt es.

Vier Chargen Afinitor 10 mg 30 und 90 Tabletten ruft Importeur CC-Pharma seit dem gestrigen Donnerstag zurück. Betroffen sind die Ch.B. SCT34, SD830, SJ509 sowie SY350. Die Firma bittet alle Apotheken und Großhandlungen um Überprüfung der Lagerbestände und Rücksendung eventuell noch vorhandener Bestände der genannten Chargen. Die Abholung erfolge kostenlos, heißt es.

Der Grund für den Rückruf? Man habe „nach neuen Erkenntnissen zu einem Vorlieferanten eines Zulieferers in der Lieferkette von Afinitor 10 mg“ im Rahmen der Arzneimittelsicherheit zurückgerufen, heißt es.

Auf Nachfrage von DAZ.online zu weiteren Details, beispielweise, ob es sich um ein Qualitätsproblem oder einen Fälschungsverdachtsfall handele, erklärt eine Sprecherin des Unternehmens: „Bei der Nachverfolgung der Lieferkette eines unserer Lieferanten sind Fragen aufgekommen, die bislang noch nicht vollständig geklärt werden konnten. Wir haben uns daher in Abstimmung mit unser Aufsichtsbehörde dazu entschlossen, die betroffenen Chargen des Arzneimittels Afinitor vorsorglich vom Markt zu nehmen. Ein Hinweis auf einen Qualitätsmangel der Produkte liegt uns aktuell nicht vor.“ Weitere Details könne man zum jetzigen Zeitpunkt nicht zur Verfügung stellen, so die Sprecherin.  Auf die Frage um welchen Zulieferer es sich handelt, antwortet der Importeur nicht.


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Im November 2018 war bekannt geworden, dass das kanadische Cannabisunternehmen Aphria CC Pharma übernimmt. Seitens CC-Pharma hieß es zu dem Zusammenschluss: „Wir freuen uns, mit einem global agierenden Cannabisunternehmen zusammenzuarbeiten, dessen Engagement für Qualität, Sicherheit und Patientenversorgung eng mit unserem eigenen übereinstimmt."


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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