Brandenburg

Endgültig: Lunapharm darf weder handeln noch umpacken

Berlin - 07.02.2019, 17:50 Uhr

Und Schluss. Nun hat Lunapharm auch die Großhandelserlaubnis dauerhaft verloren. (Foto: imago)

Und Schluss. Nun hat Lunapharm auch die Großhandelserlaubnis dauerhaft verloren. (Foto: imago)


Der Brandenburger Pharmahändler kann seine Tore wohl endgültig schließen: Am heutigen Donnerstag bestätigte die Landesregierung Brandenburg, dass Lunapharms Großhandelslizenz widerrufen wurde. Die Frist für den temporären Handelsstopp war am gestrigen Mittwoch ausgelaufen. Die Herstellungserlaubnis wurde dem in Mahlow ansässigen Unternehmen bereits am 15. Januar endgültig entzogen.

Am heutigen Donnerstag wurde es offiziell: Lunapharm, dessen Geschäfte schon seit dem vergangenen Sommer ruhen, hat seine Großhandelserlaubnis nun endgültig verloren. Dies teilte das Brandenburger Gesundheitsministerium mit: „Das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) hat am 7. Februar 2019 die Großhandelserlaubnis der Lunapharm Deutschland GmbH widerrufen, nachdem bereits am 15. Januar 2019 die Herstellungserlaubnis widerrufen wurde. Damit wurde dem Unternehmen mit Sitz in Blankenfelde-Mahlow nun auch jeglicher Handel mit Arzneimitteln auf Dauer untersagt.“

Lunapharm seit Sommer 2018 ausgebremst

Seit im Juli 2018 der Skandal um die mutmaßlich gestohlenen Medikamente bekannt wurde, hatte das Landesamt mehrfach hintereinander und befristet das Ruhenlassen der Herstellungs- und Großhandelslizenz angeordnet.

Dem Pharmahändler wird vorgeworfen, hochpreisige Krebsmedikamente in Verkehr gebracht zu haben, die mutmaßlich in verschiedenen europäischen Ländern gestohlen wurden. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Potsdam sind noch in vollem Gange. Ein Ende ist aufgrund der internationalen Verquickungen schwer abzusehen. Doch für die Arzneimittelaufsicht ist klar: Im Sinne des Patientenschutzes wolle man mit dem Vollzug nicht auf das Hauptsacheverfahren waren.

Geschäftsführerin dementiert Vorwürfe

Lange war es still um die Lunapharm-Geschäftsführerin Susanne Krautz-Zeitel. Am heutigen Donnerstag veröffentlichte ihr Unternehmenssprecher Klaus Kocks ein Interview mit Krautz-Zeitel, das er selbst geführt hatte. Darin bezeichnete die Lunapharm-Geschäftsführerin die Vorwürfe als ungerechtfertigt. Lunapharm sei ins „Fadenkreuz von Politik und Medien“ geraten. Gegen den Sender Rundfunk Berlin Brandenburg, der den Skandal im Juli 2018 aufdeckte, habe das Unternehmen Klage eingereicht.

Die Liste der Vorwürfe wegen Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz ist lang und belastend, wie dem 50 Seiten langen Bescheid über den Widerruf der Herstellungserlaubnis zu entnehmen war. „Angesichts des Umfangs der festgestellten arzneimittelrechtlichen Verstöße über einen Zeitraum von mehreren Jahren ist bereits kurzfristig mit weiterem rechtlich relevanten Fehlverhalten zu rechnen“, heißt es in dem Dokument.


Dr. Bettina Jung, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Lunapharm und das "fiskaljuristische" Antwort-Duett der Reinwaschungsversuche

von Pharmixx am 10.02.2019 um 2:03 Uhr

Und monatlich grüßt das Murmeltier der versuchten Reinwaschung.
In dubio pro vita!
nicht:
In dubio pro advocati!

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Lunapharm - Endgültig

von Gunter Kowalski am 08.02.2019 um 12:19 Uhr

Die blödsinnige Aktion des Landes wird keinen Bestand haben. Schon seit Ende Juli findet man auf der Landesseite eine Mitteilung der griechischen Aufsichtsbehörde EOF an alle Pharma-Aufsichtsbehörden in Europa über den Arbeitskreis der Vorsitzenden dieser Behörden, dass es keine Meldungen über Diebstähle bei Krankenhäuser oder Grosshändlern in Griechenland gibt. Es wird weiter bestätigt, dass alle Medikamente die von Lunapharm gehandelt wurden Originalmedikamente und keine Fälschungen sind. Lunapharm wurde vom Vorsitzenden der Task Force, Dr.Hagemann, im August sehr gute Arbeit bescheinigt. Die Analysen aller 39 Rückstellmuster ergaben keine Fehler . Diese Muster werden gerade deshalb zurückgestellt, um Transportfehler aufzudecken. sie werden von jeder Lieferung gebildet und dürfen erst mit Erlaubnis des LAVG verkauft werden. Also waren auch alle Muster aus der Vergangenheit fehlerfrei. In Griechenland gibt es keine Beweis für illegale Machenschaften. Es steht auch fest, dass die berühmte Athener Apotheke zum Grosshandel befähigt war, obwohl die EOF dies für die Zeit ab Oktober 2013 bestreitet. Nicht bestritten wird, dass es sich um eine richtige grosse Apotheke handelte. Das Märchen von den Diebstählen stammt von dem Enthüllungsjournalisten Telloglou und dem Syriza Minister Kouroumblis, die Ausländer für die Fehler im griechischen Gesundheitssystem verantwortlich machen wollten. Das Kontrastemagazin des RBB ist manipuliert worden.

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