Compugroup Medical

Lauer-Fischer-Mutter profitiert von Digitalisierung des Gesundheitswesens

Koblenz - 04.02.2019, 15:30 Uhr

Compugroup-Tochter Lauer-Fischer hatte auf der Expopharm den Prototypen für den Zugriff auf die TI für Apotheken vorgestellt. (s / Foto: Schelbert).

Compugroup-Tochter Lauer-Fischer hatte auf der Expopharm den Prototypen für den Zugriff auf die TI für Apotheken vorgestellt. (s / Foto: Schelbert).


Die Digitalisierung im Gesundheitswesen nimmt, zumindest was das Geschäft mit der dazu gehörigen Soft- und Hardware angeht, Fahrt auf. Einer der Profiteure ist die Compugroup Medical, zu der auch der Apothekensoftware-Anbieter Lauer-Fischer gehört. Das Unternehmen, das lange der einzige Anbieter der Komponenten für die Telematikinfrastruktur war, hat seine vorläufigen Zahlen für 2018 vorgelegt.

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens treibt die Geschäfte des auf Arztpraxen und Apotheken spezialisierten Softwareherstellers Compugroup Medical, zu dem seit 2011 auch Lauer-Fischer gehört. Dank der bundesweiten Verbreitung der sogenannten Telematikinfrastruktur (TI) und des damit zusammenhängenden Verkaufs von Komplettpaketen an Arztpraxen und Krankenhäuser stiegen Umsatz und Gewinn deutlich. 2019 will das Unternehmen weiter wachsen, wenngleich das Tempo nachlassen dürfte.

2019 wird ein Umsatz zwischen 720 und 750 Millionen Euro angepeilt, wie Compugroup am heutigen Montag bei der Vorlage vorläufiger Zahlen für 2018 in Koblenz mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll zwischen 190 und 205 Millionen Euro liegen. Analyst Knut Woller von der Baader Bank bewertete die Zahlen positiv. Der Ausblick auf 2019 sei stärker als erwartet. Zudem habe der Softwarehersteller das abgelaufene Jahr solide beendet. An der Börse zog der Aktienkurs am Vormittag um rund 10 Prozent an. Laut Compugroup stiegen die Erlöse 2018 im Jahresvergleich um 23 Prozent auf rund 717 Millionen Euro. Das Ebitda lag mit 182 Millionen Euro um 42 Prozent höher als im Vorjahr.

 

Das mehrjährige Investment in die Telematikinfrastruktur zahle sich nun durch ein „erhebliches organisches Wachstum" aus, sagte Unternehmenschef Frank Gotthardt laut Mitteilung. Die endgültigen Zahlen will das Unternehmen am 29. März vorlegen.

Feldtest mit 16 Apotheken

Der sogenannte Rollout der technischen Infrastruktur für den elektronischen Informationsaustausch im Gesundheitswesen hatte im letzten Jahr auch dank der elektronischen Gesundheitskarte Fahrt aufgenommen. Die Compugroup als Marktführer bei Praxissoftware stand als Anbieter der TI-Komponenten lange Zeit alleine am Markt, im vergangenen Jahr hat aber auch die Telekom-Tochter T-Systems eine Zulassung für die technischen Anschlussgeräte, wie zum Beispiel die sogenannten Konnektoren, erhalten.  Eine durchschnittliche Apotheke wird einen Konnektor sowie jeweils ein Kartenleseterminal an den Kassenarbeitsplätzen benötigen.

Im März 2019 soll ein Feldtest zur TI-Einführung starten. Hierfür werden Lauer-Fischer und Pharmatechnik 16 Apotheken im Kreis Westfalen-Lippe mit der zugehörigen Technik ausstatten und den Feldtest betreuen. Der bundesweite TI-Rollout startet Mitte 2019.


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