Berufsmonitoring Medizinstudierende

Als Angestellte: Medizinstudierende erwarten Monatsnetto von knapp 5000 Euro

Berlin - 30.01.2019, 15:00 Uhr

Lohnender Aufwand? Medizinstudierende wurden befragt, was sie von ihrer beruflichen Zukunft und den
Arbeitsbedingungen erwarten.  (m / Foto: nd3000 / stock.adobe.com)

Lohnender Aufwand? Medizinstudierende wurden befragt, was sie von ihrer beruflichen Zukunft und den Arbeitsbedingungen erwarten. (m / Foto: nd3000 / stock.adobe.com)


Im Rahmen des „Berufsmonitorings Medizinstudierende“ gaben gut 13.000 Nachwuchsmediziner an, was sie von ihrer beruflichen Zukunft und den Arbeitsbedingungen erwarten. Ein wichtiger Faktor: die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Über 50 Prozent können sich bereits vorstellen, sich niederzulassen, knapp die Hälfte kann das noch nicht. Und auch zum Gehalt, mit dem sie rechnen, äußerten sich die angehenden Ärzte.

Medizinstudenten in Deutschland erwarten im Schnitt ein künftiges Einkommen von mehr als 6300 Euro netto im Monat als niedergelassener Land- oder Stadtarzt. Damit liegt die Einkommenserwartung fast 1000 Euro über der aus dem Jahr 2010. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am Mittwoch in Berlin präsentierte. Für den Fall einer künftigen Anstellung als angestellter Facharzt gehen die Studierenden im Schnitt von einem „angemessenen Monatsnettoeinkommen“ von knapp 5000 Euro aus. Die Einkommenserwartungen der Männer liegen im Durchschnitt zwischen 275 Euro (angestellte Ärzte) und gut 900 (niedergelassene Ärzte) über denen der Frauen. Das Berufsmonitoring Medizinstudierende ist eine bundesweite Online-Befragung, welche die Universität Trier seit 2010 alle vier Jahre im Auftrag der KBV in Kooperation mit dem Medizinischen Fakultätentag (MFT) und der bvmd (Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V.) durchführt.

95 Prozent der Befragten nannten zudem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als entscheidenden Faktor für die Wahl ihres späteren Arbeitsplatzes. In eigener Praxis wären gerne 53,5 Prozent tätig. Der Trend geht laut der Umfrage dabei zur Gemeinschaftspraxis: Dies ist für 50,6 Prozent die bevorzugte Form der Niederlassung, eine Einzelpraxis ziehen 4,7 Prozent vor. Mehr als zwei von fünf Studenten können sich beides vorstellen.

Hinsichtlich der Digitalisierung wenig auf die Zukunft vorbereitet 

Die Allgemeinmedizin und damit eine spätere hausärztliche Tätigkeit haben an Attraktivität gewonnen. 42,5 Prozent der Befragten können sich demnach eine Niederlassung als Hausärztin oder Hausarzt vorstellen. KBV-Chef Andreas Gassen sagte: „Wichtig für junge Ärztinnen und Ärzte ist und bleibt der Wunsch nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“ Arbeitszeiten sollen idealerweise geregelt, aber gleichzeitig flexibel sein.

Zum Thema Digitalisierung ergibt die Befragung ein geschlossenes Bild. Verbesserungen erhoffen sich die Studierenden demnach bei der Diagnose, Arbeitsorganisation und Behandlung. Sie befürchten jedoch eine Verschlechterung der Arzt-Patienten-Kommunikation und im Vertrauensverhältnis. „Die Studie hat auch gezeigt, dass Studierende sich hinsichtlich der Digitalisierung der medizinischen Versorgung bisher wenig auf die Zukunft vorbereitet fühlen.

„Interprofessionelle Ausbildung muss Bestandteil des Medizinstudiums sein“

Ein weiteres Ergebnis des Berufsmonitorings zeigt: Die Akzeptanz für die Delegation von ärztlichen Aufgaben an entsprechend qualifizierte Arztassistenten, Pflegekräfte oder Medizinische Fachangestellte ist im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen (um 17,6 Prozentpunkte). „Die interprofessionelle Versorgung wird zentraler Bestandteil der Versorgung der Zukunft sein. Wir sehen die dringende Notwendigkeit, diese Diskussionen gemeinsam bereits früh zu beginnen. Daher muss die interprofessionelle Ausbildung bereits integraler Bestandteil des Medizinstudiums sein“, kommentierte Jana Aulenkamp, Präsidentin 2018 der bvmd.


dpa / DAZ.online
redaktion@daz.online


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