Nahrungsergänzung

Neuer Referenzwert: 4 Mikrogramm Vitamin B₁₂

Berlin - 23.01.2019, 07:00 Uhr

Wer sich ab und zu ein Frühstücksei gönnt, bessert seinen Vitamin B12-Status auf. Veganer sollten laut DGE regelmäßig zu Supplementen greifen, um Mangelerscheinungen wie Anämie vorzubeugen. (m / Foto: imago images)

Wer sich ab und zu ein Frühstücksei gönnt, bessert seinen Vitamin B12-Status auf. Veganer sollten laut DGE regelmäßig zu Supplementen greifen, um Mangelerscheinungen wie Anämie vorzubeugen. (m / Foto: imago images)


Beim Vitamin B12 darf es nun ein bisschen mehr sein: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und Fachgesellschaften aus Österreich und der Schweiz haben den Referenzwert für Erwachsene von 3 auf 4 Mikrogramm pro Tag angehoben. Laut DGE sollten Veganer dauerhaft das essenzielle Vitamin supplementieren. Auch Vegetarier, ältere Menschen sowie Patienten, die regelmäßig Protonenpumpenhemmer einnehmen, sind für eine Unterversorgung gefährdet.

Für die Vitamin-B12-Zufuhr gilt ein neuer Referenzwert: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die Ernährungsgesellschaften aus Österreich und der Schweiz erklären in einer Pressemitteilung, dass Erwachsene 4 Mikrogramm Vitamin B12 pro Tag zu sich nehmen sollten. Dieser Schätzwert lasse sich beispielsweise mit einem kleinen Glas Milch, einem Becher Jogurt, einem Ei und 60 Gramm Camembert erreichen.

Schätzwerte anhand von wissenschaftlichen Daten

Die vorherige Empfehlung lag bei 3 Mikrogramm täglich. Bei dem neuen Referenzwert handelt es sich um einen Schätzwert, den Fachgesellschaften aus Studienergebnissen abgeleitet haben. Auch für Säuglinge, Kinder und Jugendliche haben die Ernährungsexperten Zufuhrempfehlungen ausgearbeitet. Bei den Richtwerten für Babys ab 4 Monaten, Kinder und Jugendliche wurde der Referenzwert für Erwachsene gewichtsbezogen adaptiert und der wachstumsbezogene Bedarf mit Faktoren einberechnet. 

Bei Säuglingen im Alter von 0 bis 4 Monaten orientieren sich die Fachgesellschaften an der Zusammensetzung von Frauenmilch. In Schwangerschaft und Stillzeit ist der Vitamin-B12-Bedarf erhöht (siehe Tabelle).


AlterVitamin B12
(Mikrogramm)
pro Tag
0 bis unter 4 Monate0,5
4 bis unter 12 Monate1,4
1 bis unter 4 Jahre1,5
4 bis unter 7 Jahre2,0
7 bis unter 10 Jahre2,5
10 bis unter 13 Jahre3,5
ab 13 Jahre4,0
Schwangere4,5
Stillende5,5
Tabelle: Zufuhrempfehlungen für Vitamin B12 (Quelle: DGE)




Dr. Bettina Jung, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Algenpräparate

von Sarah am 24.01.2019 um 12:03 Uhr

Von Algenpräparaten, die für Veganer als Vitamin-B12-Quelle beworben werden, rät die DGE allerdings ab.

Eine Begründung wird leider nicht erwähnt.

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Vit.B12-Mangel & neurologische Ausfälle

von Thomas Beck am 23.01.2019 um 8:19 Uhr

Die gravierende Folge einer "funikulären Myelose" bei Vit. B12-Mangel wurde leider nicht erwähnt. Gravierend deshalb, weil diese durch Vit. B12-Mangel erzeugte neurologische Degeneration der Seiten- und Hinterstränge des Rückenmarks im Gegensatz zu den mangelinduzierten Veränderungen des Blutbildes irreversibel (!) ist.
Wenn also Patienten in der Apotheke von dauerhaften Taubheitsgefühlen der Extremitäten oder gar von Lähmungserscheinungen berichten, sollte man auch an einen Vit. B12-Mangel denken. Vit. B12 muß dann allerdings parenteral substituiert werden.
Die Risikogruppen wurden korrekt beschrieben. Raucher gehören auch dazu.

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