Vorbereitungen aufs E-Rezept

ARZ Haan gründet Digitaltochter

München - 16.01.2019, 10:15 Uhr

Dr. Philipp Siebelt, Chef der ARZ Haan Gruppe, erklärt gegenüber DAZ.online, wie sich sein Unternehmen mit einer neuen Digitaltochter auf das kommende E-Rezept vorbereitet. (Foto: ARZ)

Dr. Philipp Siebelt, Chef der ARZ Haan Gruppe, erklärt gegenüber DAZ.online, wie sich sein Unternehmen mit einer neuen Digitaltochter auf das kommende E-Rezept vorbereitet. (Foto: ARZ)


Angesichts des anhaltenden Wettbewerbsdrucks im Abrechnungsmarkt und der bevorstehenden Einführung elektronischer Rezepte geht das ARZ Haan neue Wege: Anfang Januar hat das Rechenzentrum für Apotheker und sonstige Leistungserbringer eine neue Digitaltochter ins Leben gerufen. Mit ihr will das Unternehmen neue Geschäftsfelder erschließen und Kunden gewinnen.

Das Geschäft mit der Abrechnung von Rezepten ist hart umkämpft. Zahlreiche Anbieter buhlen um Apotheker und sonstige Leistungserbringer, um für diese die Rechnungsstellung gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen für belieferte Rezepte zu übernehmen, die Abrechnung des Herstellerrabatts zu managen oder Abrechnungsgeld der Krankenkassen an die Apotheken zu überweisen.

Diesen Wettbewerb bekommt auch das ARZ Haan, einer der führenden Anbieter in diesem Geschäft, zu spüren. Zwar ist das Unternehmen in den vergangenen Jahren wirtschaftlich sehr erfolgreich gewesen, wie Philipp Siebelt, Sprecher des Vorstands, gegenüber DAZ.online sagt. 2017 erreichte der Gewinn nach Steuern mit gut 6 Millionen Euro einen Rekordwert, 2018 dürfte dieser sogar noch etwas besser ausfallen, lässt der Manager durchblicken. Andererseits weist er darauf hin, dass in den vergangenen Jahren zwar die Zahl der Kunden gestiegen sei, die Marge pro Kunde aber zurückgegangen sei. Siebelt: „Es ist kein Geheimnis, dass es in der Abrechnungsbranche einen deutlichen Margendruck gibt. Das gilt insbesondere in der Apothekenabrechnung.“

E-Rezept wird zu starken Veränderungen in der Branche führen

Dazu wird sich in den nächsten Jahren die Einführung des elektronischen Rezeptes gesellen. Dabei, so Siebelt, werde es zu „starken Veränderungen“ in der Abrechnungsbranche kommen.

Um diese Entwicklung in eine zukunftsträchtige und profitable Richtung zu lenken, hat das ARZ Haan am 1. Januar 2019 im Düsseldorfer Factory Campus eine neue Tochterfirma namens ARZ Digital GmbH gegründet. Die beschäftigt aktuell fünf Mitarbeiter, die Geschäftsführung hat ebenfalls Siebelt inne. Nach Angaben des Mutterunternehmens soll der neue Spross innerhalb der ARZ-Gruppe als „digitaler Impulsgeber“ fungieren und die „Weiterentwicklung des Gesundheits- und Abrechnungsmarktes“ antreiben. Ziel der Gesellschaft sei zum einen die konsequente Überführung des Kerngeschäfts der ARZ-Gruppe in die digitale Welt und zum anderen der Aufbau neuer Geschäftsfelder.

Was das konkret bedeutet, erläutert Siebelt an einem Beispiel: So werde die Digitaltochter noch im ersten Quartal 2019 eine Plattform im Bereich „besondere Versorgung“ beziehungsweise Selektivverträge aufbauen. „Dabei geht es darum, Ärzte, Krankenkassen und die Industrie beziehungsweise Hersteller miteinander zu vernetzen. Ein Arzt soll dadurch beispielsweise einfach und schnell erfahren, ob er eine besondere Leistung für einen Patienten abrechnen kann, oder ob ein spezielles medizinisches Gerät oder Teil finanziert wird“, so Siebelt gegenüber DAZ.online.



Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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