Stellungnahme

Adexa: Mehr Kompetenz für PTA, aber nicht Richtung Vertretungsbefugnis

Stuttgart - 11.01.2019, 11:35 Uhr

Adexa-Vorstand Andreas May war am diese Woche Montag im BMG, um über die Weiterentwicklung des PTA-Berufs zu sprechen. (s / Foto: Adexa)

Adexa-Vorstand Andreas May war am diese Woche Montag im BMG, um über die Weiterentwicklung des PTA-Berufs zu sprechen. (s / Foto: Adexa)


Wie könnte eine mögliche Kompetenzerweiterung für PTA aussehen? Einer DAZ.online-Umfrage zufolge können sich viele Leser gewisse Vertretungsbefugnisse vorstellen. Die aktuellen Gespräche der Apothekengewerkschaft Adexa mit dem Bundesgesundheitsminister zur Weiterentwicklung des PTA-Berufs zielen darauf aber nicht ab. Das stellt Adexa-Vorstand Andreas May gegenüber DAZ.online klar.

Zu Beginn der Woche waren Vertreter der Apothekengewerkschaft Adexa im Bundesgesundheitsministerium (BMG), um mit dem Minister über die Weiterentwicklung des PTA-Berufes zu sprechen – nicht zum ersten Mal. Die Adexa setzt sich schon seit langem für eine Reform der Ausbildung ein, sowohl organisatorisch als auch inhaltlich. Spahn hatte auf seinem Facebook-Kanal mehrfach angekündigt, dass er die Ausbildung der PTA reformieren will. Nach Informationen von DAZ.online haben die Adexa-Vertreter und Spahn außerdem über Kompetenzerweiterungen für PTA gesprochen. Im Gespräch ist beispielsweise, dass PTA neue Weiter- und Fortbildungsmöglichkeiten bekommen sollen – für neue Kompetenzen, die sie dann in der Apotheke anbieten könnten. In Richtung Vertretungsbefugnis für PTA, wie sie sich viele DAZ.online-Leser einer Umfrage zufolge zumindest für einige Stunden vorstellen könnten, ging es dabei aber nicht.  

Adexa-Vorstand Andreas May erklärt dazu gegenüber DAZ.online, die Gewerkschaft setze sich bereits seit Jahren und zuletzt wieder in zwei Gesprächsterminen am 2. November 2018 und am 7. Januar 2019 beim BMG für die Neuordnung der PTA-Ausbildung ein. Mit Minister Spahn und den für die PTA-Ausbildungsnovellierung Zuständigen im BMG habe man als Apothekengewerkschaft dabei auch über eine Kompetenzerweiterung für PTA gesprochen, jedoch nicht mit der Stoßrichtung Vertretungsbefugnis.

May: Tarifliche Honorierung von besonderen Qualifikationen nötig

Weiter erklärt May „Fakt ist aber: Der Fachkräftemangel muss angepackt werden! Deshalb ist es gut, wenn darüber diskutiert wird, welche Wege hier zukunftsweisend sind. Das machen derzeit auch die vier Berufsgruppen-Gremien bei Adexa. Der in Kürze erwartete PTA-Novellierungsvorschlag aus dem BMG wird dabei ein wichtiger Diskussionspunkt sein.“ Aus Sicht von Adexa ist aber vor allem eine tarifliche Honorierung von besonderen Qualifikationen nötig, um die Attraktivität der öffentlichen Apotheke als Arbeitsplatz zu stärken – für PTA, aber natürlich auch für alle anderen Apothekenberufe.

Die tarifliche Honorierung von Zusatzqualifikationen ist ein weiteres Herzensthema der Adexa. Sie fordert schon länger vehement ein Tarifmodell, das Fortbildungsaktivitäten der Apothekenmitarbeiter systematisch honoriert. Dieser Vorschlag ist aber schon mehrfach gescheitert. Auch in letzten Verhandlungen, die die Adexa unter anderem deswegen abgebrochen hatte, ist siein diesem Punkt nicht erfolgreich vorangekommen. 


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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