Niedersachsens Apotheker zum Spahn-Plan

„Das ist doch eine Lex DocMorris!“

Hannover - 09.01.2019, 17:45 Uhr

Die Kammerversammlung der niedersächsischen Apothekerkammer traf sich, um über die Spahn’schen Eckpunkte abzustimmen (s / Foto: bro).

Die Kammerversammlung der niedersächsischen Apothekerkammer traf sich, um über die Spahn’schen Eckpunkte abzustimmen (s / Foto: bro).


Die Apothekerkammer Niedersachsen wird auf der ABDA-Mitgliederversammlung am 17. Januar vehement gegen Teile der Apotheken-Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) protestieren. Die Kammerversammlung kam am heutigen Mittwoch in Hannover zusammen und stimmte über alle einzelnen Vorhaben der Spahn’schen Eckpunkte ab. Insbesondere die geplanten Regelungen zu Rx-Boni von EU-Versendern und deren Marktevaluation lehnten die Apotheker ab. 

Das geplante Apotheken-Gesetzespaket von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sorgt weiterhin für viel Wirbel im Apothekerlager. In diesen Tagen bereiten sich die Apothekerkammern und -verbände auf die außerordentliche ABDA-Mitgliederversammlung am 17. Januar in Berlin vor. Dort wollen die etwa 140 Delegierten darüber abstimmen, wie sie sich zu den von Spahn vorgelegten Eckpunkten positionieren.

Zur Erinnerung: Spahn hatte im Dezember vorgeschlagen, einen Boni-Deckel für EU-Versender in Höhe von 2,50 Euro festzulegen. Ab einem Marktanteil von 5 Prozent soll die Höhe der Boni neu evaluiert werden. Außerdem sieht der Spahn-Plan diverse Anpassungen und Erhöhungen am Apothekenhonorar vor. Ebenfalls enthalten sind gesetzliche Klarstellungen beim Botendienst und der Vorschlag, Teile der Arzneimittelpreisverordnung im SGB V festzuschreiben.

Beschwerde über „erpresserische Art und Weise“ des Ministers

Die Delegierten der Apothekerkammer Niedersachsen reagierten in ihrer Sitzung am heutigen Mittwoch größtenteils verärgert über das Vorgehen des Ministers. Konkret ging es darum, dass Spahn im Dezember erklärt hatte, dass er – wenn die Apotheker auf dem Rx-Versandverbot beharrten – keine Vakanzen mehr für andere Tätigkeiten mehr habe im Apothekenwesen – Änderungen am Apothekenhonorar wären somit ausgeschlossen. Wie schon zuvor Baden-Württembergs Kammerpräsident Dr. Günther Hanke, beschwerten sich auch einige niedersächsische Delegierte über eine „erpresserische Art und Weise“ des Ministers. Apotheker Uwe Hansmann forderte seine Kollegen auf: „Darauf dürfen wir uns auf keinen Fall einlassen!“



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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3 Kommentare

Rücktritt

von Karl Friedrich Müller am 10.01.2019 um 8:10 Uhr

Im Grund ist der "Vorschlag" Spahns in Verbindung mit der Freundschaft und gemeinsamen früheren Geschäftstätigkeit ausreichend. ja zwingend für einen Rücktritt Spahns und dem Abschied aus der Politik.
Offensichtlicher geht es nicht mehr, dass Spahn hier nicht für das Volk agiert, sondern nur für Max Müller.

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Spahn Max Müller

von Conny am 09.01.2019 um 22:51 Uhr

So viele Naive hier, im passenden Moment werde ich das richtige Bild posten.



» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

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