Schätzungen von Destatis

2018: Umsätze in Apotheken sind wohl überdurchschnittlich gewachsen

Berlin - 07.01.2019, 16:00 Uhr

Laut Destatis ist der Apotheken- und Drogeriesektor im vergangenen Jahr voraussichtlich überdurchschnittlich gewachsen. (m / Foto: fabianaponzi / stock.adobe.com)

Laut Destatis ist der Apotheken- und Drogeriesektor im vergangenen Jahr voraussichtlich überdurchschnittlich gewachsen. (m / Foto: fabianaponzi / stock.adobe.com)


Der Einzelhandel in Deutschland konnte seinen Umsatz im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2017 steigern. Das geht aus ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor. Demnach setzten die Unternehmen preisbereinigt zwischen 1,4 und 1,5 Prozent mehr um als noch 2017. Den Zahlen zufolge konnten sich insbesondere die Apotheker freuen: Denn der Umsatz in ihrer Branche wuchs zumindest in den ersten zehn Monaten des Jahres stärker als in den meisten anderen Einzelhandelszweigen. Die einzig stärkere Branche demnach: der Versandhandel.

Das Statistische Bundesamt hat die Einzelhandelsumsätze für das Jahr 2018 auf Basis der tatsächlichen Umsatzzahlen aus den Monaten Januar bis November geschätzt. Demzufolge steigerten die Händler 2018 ihren Umsatz preisbereinigt (also real) zwischen 1,4 Prozent und 1,5 Prozent sowie nominal (also nicht preisbereinigt) zwischen 3,1 Prozent und 3,3 Prozent. Somit wuchs der Einzelhandel in Deutschland im vergangenen Jahr allerdings etwas langsamer als noch im Vorjahr: Im gesamten Jahr 2017 hatten die Händler preisbereinigt 2,3 Prozent und nominal 4,2 Prozent mehr umgesetzt.

Ein überdurchschnittliches Wachstum gab es zumindest in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres im Apothekensektor. Die Branche, zu der bei Destatis jedoch auch die Drogerien und andere Einzelhändler im kosmetischen, pharmazeutischen oder medizinischen Bereich gehören, konnte ihre Umsätze inklusive der Preissteigerungen um 2,4 Prozent und nominal sogar um 4,1 Prozent steigern. Somit war der Apotheken- und Drogeriesektor bis Oktober 2018 umsatzbezogen der zweitstärkste Einzelhandelssektor. Ganz anders hatte das aber noch 2017 ausgesehen: Damals waren die Umsätze in den Apotheken und Drogerien zwar auch knapp angestiegen, lagen aber unter dem durchschnittlichen Wachstum im Einzelhandel.

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Zahlen für das gesamte Jahr 2018 in der Apothekenbranche hat Destatis noch nicht veröffentlicht. Klar ist aber: Auch im vergangenen Jahr gab es wieder erhebliche Schwankungen in der Umsatzentwicklung bei Apotheken und Drogerien. Der stärkste Monat unter den ersten zehn Monaten war demnach mit knapp 6 Prozent (real) der April. Der nachfolgende Mai war dann aber auch gleich wieder der schwächste Monat – mit einem realen Umsatzminus von 2,3 Prozent.

Online-Handel wächst am schnellsten

Wie schon 2017 verzeichnete auch im vergangenen Jahr der Online-Handel das größte Umsatzplus. Den Destatis-Zahlen zufolge setzten die Versandhändler preisbereinigt 5,9 Prozent mehr um, nominal waren es sogar 6,2 Prozent mehr als noch 2017. Ob und wenn ja inwiefern die Arzneimittel-Versandhändler in diesen Zahlen inbegriffen sind, ist unklar – Destatis schlüsselt das nicht weiter auf. Klar ist aber: Der Versandhandel wächst im Vergleich zum stationären Einzelhandel rapide an. Vergleicht man die Monatszahlen Oktober 2015 und Oktober 2018, zeigt sich ein reales Umsatzplus von knapp 37 Prozent.


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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1 Kommentar

Umsatzwachstum

von Uwe Hüsgen am 09.01.2019 um 14:13 Uhr

die (Auswirkungen der) Grippewelle zu Anfang des Jahres und die (Entwicklung der) Hochpreiser haben einen wesentlichen Anteil an dem von destatis prognostizierten Umsatzzuwachs. Im ersten Fall war das nur mit entsprechendem Personaleinsatz zu schaffen, im zweiten Fall muss neben dem Liquiditätsrisiko auch die Finanzierungsfrage bedacht werden.
Und was ist bei den Apotheken am Ende übriggeblieben?

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