Untersuchung

Hilft Stofftiere einfrieren gegen Hausstaubmilben?

Stuttgart - 04.01.2019, 07:00 Uhr

Können kalte Temperaturen Hausstaubmilben abtöten? (Foto: mhp / stock.adobe.com)

Können kalte Temperaturen Hausstaubmilben abtöten? (Foto: mhp / stock.adobe.com)


Die einzige kausale Therapie bei Hausstaubmilbenallergie ist die Hyposensibilisierung, darüber hinaus gibt es zahlreiche Tipps, wie Allergiker die Exposition verringern können. Einer davon lautet: Kuscheltiere von Zeit zu Zeit über Nacht in der Gefriertruhe durchfrosten. Wie lange und wie kalt es sein muss, um Milben und ihre Eier abzutöten, war bislang allerdings unklar. Nun wurde die Kältetoleranz der Hausstaubmilbenart Dermatophagoides farinae in einer kleinen Studie untersucht.

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) hat zahlreiche Tipps zusammengestellt, wie Hausstaubmilbenallergiker die Allergenexposition verringern können. Auch in der Apotheke kann man geplagten Patienten mit diesen Tipps helfen. Die Wirksamkeit der meisten Milbensprays ist übrigens nicht belegt. Und sind die Sprays wirksam, müssen sie aufgrund der enthaltenen Wirkstoffe Permethrin und Esbiothrin kritisch gesehen werden.

Mögliche Maßnahmen sind:

  • Allergendichte Bezüge für Matratzen, Decken und Kissen – sogenannte Encasings. Sie helfen, die Allergenlast zu reduzieren. Auch sollten sich Allergiker vorzugsweise für bei 60 Grad waschbare Decken und Kissen entscheiden.
  • Weitere sanierende Maßnahmen im Schlafzimmer: Teppichböden regelmäßig staubsaugen – am Besten mit speziellen Filtern – und glatte Böden mindestens zweimal wöchentlich nass wischen.
  • Keine Staubfänger wie Vorhänge, Bücherregale, überflüssige Kissen
  • Lüften! Kühl und trocken – das mögen die Milben am Wenigsten.
  • Kuscheltiere regelmäßig tiefkühlen.

Der letzte Tipp wirft allerdings zwangsläufig die Frage auf, wie lange und bei welchen Temperaturen Teddys und Co. kaltgestellt werden müssen. Muss es der heimische Gefrierschrank sein oder reichen frostige Außentemperaturen? 

Forscherteam untersucht Kältetoleranz

Ein Forscherteam um Professor Larry Arlian von der US-amerikanischen Wright State University in Dayton, Ohio hat nun erstmals die Kältetoleranz einer bestimmten Milbenart, Dermatophagoides farinae, untersucht. Neben Dermatophagoides pteronyssinus ist Dermatophagoides farinae die bekannteste Hausstaubmilbenart. In einem Brief an den Herausgeber des „Journal of Allergy and Clinical Immunology“ haben die Forscher ihre Untersuchung veröffentlicht. Für ihre Studie setzten sie weibliche Milben unterschiedlich lang verschiedenen Temperaturen aus und untersuchten, inwiefern sich die Umgebungstemperatur auf ihr Überleben, auf ihre Fähigkeit Eier zu legen sowie auf die Larvenbildung auswirkt.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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