Gemeinsames OTC-Unternehmen von GSK und Pfizer

Otriven und Thermacare künftig unter einem Dach

London / New York / Stuttgart - 19.12.2018, 11:15 Uhr

GSK und Pfizer gründen eine gemeinsame OTC-Sparte. (c / Fotos: imago / Montage DAZ.online)

GSK und Pfizer gründen eine gemeinsame OTC-Sparte. (c / Fotos: imago / Montage DAZ.online)


Der OTC-Markt ist weiter in Bewegung. Der neueste Deal: GlaxoSmithKline und Pfizer legen ihre OTC-Sparten zusammen. Das Joint-Venture soll nach eigenen Angaben Weltmarktführer im OTC-Bereich sein und wird Marken wie Voltaren®, Otriven®, Thermacare® oder Vitasprint® unter sich vereinen. Wenn die zuständigen Behörden zustimmen, soll der Deal in der zweiten Jahreshälfte 2019 abgeschlossen sein.

Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) und der US-Pharmariese Pfizer bündeln ihre OTC-Geschäfte. Beide Konzerne werden ihre jeweiligen Consumer-Healthcare-Sparten in ein Gemeinschaftsunternehmen einbringen, wie GlaxoSmithKline am gestrigen Mittwoch mitteilte. Beide Sparten zusammen kommen auf einen Umsatz von gut 9,8 Milliarden Pfund (10,9 Mrd Euro). Damit sei man Weltmarktführer im OTC-Bereich, heißt es. Nach eigenen Angaben kommen beide Unternehmen auf einem Markanteil im weltweiten OTC-Geschäft von 7,3 Prozent. Zudem sei man führend unter anderem in den Bereichen Schmerz, Vitamine und Mineralstoffsupplemente, Zahn- und Mundgesundheit, Atemwege und Magen-Darm-Gesundheit, erklärt GSK.

Die Briten sind im deutschen Markt vertreten mit Marken wie Chlorhexamed®, Sensodyne®, Otriven®, Lemocin®, Nicotinell®, Voltaren®, Zovirax®, Fenistil®, Lamisil®. Pfizer vertreibt zum Beispiel Baldriparan®, Centrum®, Spalt®, Nexium Control®, Sab Simplex®, Thermacare® und Vitasprint®.

Börsengang geplant

Die Behörden und die GSK-Aktionäre müssen dem Deal, der im zweiten Halbjahr 2019 abgeschlossen sein soll, noch zustimmen. Innerhalb von drei Jahren nach dem Abschluss werde ein Börsengang des Gemeinschaftsunternehmens geplant. GSK soll mit 68 Prozent die Mehrheit an dem neuen Unternehmen für nicht verschreibungspflichtige Mittel in der Apotheke und im Supermarkt halten.

Laut GSK verspricht man sich von dem Zusammenschluss Kosteneinsparungen durch Synergieeffekte von jährlich einer halben Milliarde britische Pfund ab dem Jahr 2022.

Es tut sich was im OTC-Markt

Pfizer sucht schon länger nach einer Lösung für seine Consumer-Healthcare-Sparte. Im Oktober 2017 hieß es, man suche nach „strategischen Alternativen“. Im März dieses Jahres wurde Pfizer die Sparte nicht los, unter den potenziellen Käufern soll dem Vernehmen nach auch GlaxoSmithKline gewesen sein. GSK hatte zu Beginn dieses Jahres ein OTC-Gemeinschaftsunternehmen mit Novartis aufgegeben und die Anteile der Schweizer daraus übernommen.

Und es gibt weitere Bewegung im OTC-Markt. So hat der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck vor Kurzem den Verkauf seines OTC-Geschäftes an den US-Konzern Procter & Gamble für 3,4 Milliarden Euro abgeschlossen. Es war ein Deal mit einigem Hin und Her. So waren der Lebensmittelriese Nestlé und die britische Reckitt Benckiser als ursprüngliche Interessenten abgesprungen. Nachdem zwischenzeitlich auch der US-Konzern Mylan im Gespräch war, einigten sich schließlich Merck und P&G. Der Konsumgüterkonzern ist in deutschen Apotheken beispielsweise mit Wick-Produkten präsent.


dpa-afx / jb
redaktion@daz.online


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