Ende des dritten Quartals

Minus 219: Apothekenzahl sinkt weiter

Stuttgart - 12.12.2018, 17:15 Uhr

Der DAV meldet weiter sinkende Apothekenzahlen. ( r / Foto: imago)

Der DAV meldet weiter sinkende Apothekenzahlen. ( r / Foto: imago)


Der Trend setzt sich fort: Die öffentlichen Apotheken werden immer weniger. Laut den neuesten Zahlen des DAV gab es zum Ende des dritten Quartals 2018 genau 19.529 Apotheken und damit 219 weniger als Ende 2017. Noch stärker sank die Zahl der selbstständigen Apothekenleiter. So gab es Ende des dritten Quartals 2018 265 weniger Hauptapotheken als Ende 2017.

Seit Anfang 2009 sinkt die Zahl der öffentlichen Apotheken in Deutschland stetig. Ende 2017 hatte sie mit 19.748 den niedrigsten Stand seit 1987 erreicht. Nach der Wende hat es bislang noch nie so wenige Apotheken gegeben. Zuletzt hatte sich der Sinkflug dann auch noch beschleunigt. So war der Rückgang 2017 mit einem Minus von 275 deutlich stärker als der in 2016 – damals wurden am Ende des Jahres 226 Apotheken weniger gezählt. Im ersten Halbjahr 2018 ging die Apothekenzahl um 157 zurück. Nun liegen die Zahlen für das dritte Quartal vor. Demnach gab es am Ende des dritten Quartals 19.529 Apotheken. Das waren 219 weniger als Ende 2017. Der Rückgang betrifft alle Kammerbezirke außer Bremen – wie auch im ersten Halbjahr. In der ersten Jahreshälfte konnte allerdings auch Mecklenburg-Vorpommern einen Zugewinn verzeichnen.

Noch weiter ist die Zahl der selbstständigen Apothekenleiter zurückgegangen. Dass diese Zahl schneller fällt als die der Apotheken, hängt damit zusammen, dass Hauptapotheken teilweise als Filialen von anderen Apothekern übernommen werden. So gab am Ende des dritten Quartals 2018 nur noch 14.971 und damit 265 weniger als Ende 2017, wo noch 15.236 Hauptapotheken betrieben wurden. Die Abwärtskurve ist damit im Vergleich zu den ersten sechs Monaten leicht abgeflacht. Die Zahl der Haupt- und Einzelapotheken ging im ersten Halbjahr 2018 um 202 zurück.

Ob von dem Rückgang eher Apotheken in ländlichen oder städtischen Gegenden betroffen sind, ist aus den DAV-Zahlen nicht ersichtlich. Versorgungszahlen aus Baden-Württemberg zeigten im vergangenen Jahr, dass vom Apothekenrückgang nicht nur ländliche, sondern auch städtische Regionen betroffen sind. In Baden-Württemberg war es im vergangenen Jahr fast jede dritte Gemeinde, die ohne Apotheke war, und der der Trend hat sich den aktuellen Zahlen zufolge nicht umgekehrt.


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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2 Kommentare

Niveau ?

von Ratatosk am 17.12.2018 um 11:11 Uhr

Und hier sehen die Konsorten Lauterbach und Glaeske, die Grünen und die SPD alle noch Millarden an Einsparungen.
Ne ist klar, die verrecken alle weil es ihnen zu gut gegangen ist. Herr lass etwas Hirn auf die Erde herniedersinken !
Aber alles soll dann von den netten Großkonzernen um die Ecke flächendecken billig mit unserer völlig maroden Infrastruktur erfolgen. Kein Internet an vielen Orten, schlechte Straßen, keine Brummifahrer mehr etc.etc. , vom Umweltschutz - war da mal was ? - mit Milliarden Paketen die einzeln oft mehrfach hin und hergeschippert werden.
Leider haben wir nicht den Mumm der Franzosen, diesen Augiasstall zu reinigen.

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und die weniger werdenden tragen die höher werdenden Kosten

von Horst Wycisk am 13.12.2018 um 10:10 Uhr

Bei all den Zahlenspielereien wäre es schon von Interesse mal die Beträge zu lesen die erhöhend auf die einzelnen, verbliebenen Apotheken zukommen. Denn die Kosten die uns von der Ab-da!, den Vereine oder sonstigen " A dabeis" abverlangt werden erhalten diese Nehmer aus Fleischtöpfen die von uns Apotheken erwirtschaftet werden.
Wahrscheinlich wird dann argumentiert: bei weniger Apotheken verdienen die Verbliebenen schließlich auch besser. Und die Personal-Engpässe werden wohl dadurch ebenfalls gleich kompensiert.
Ach übrigens... ich glaube auch noch ans Christkind und den Nikolaus!??! Und Sie?

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