AoG-Adventsaktionen

Apotheker sammeln für Notleidende auf der ganzen Welt

Berlin - 12.12.2018, 13:45 Uhr

Auf dem Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt in Berlin-Neukölln sammelte Apotheker ohne Grenzen am vergangenen Wochenende Spenden für einen guten Zweck. Die Berliner Apothekerin Charlotte Lübow kann sich vorstellen, in Zukunft auch hauptberuflich pharmazeutische Nothilfe zu leisten. (m / Foto: DAZ.online/bj)

Auf dem Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt in Berlin-Neukölln sammelte Apotheker ohne Grenzen am vergangenen Wochenende Spenden für einen guten Zweck. Die Berliner Apothekerin Charlotte Lübow kann sich vorstellen, in Zukunft auch hauptberuflich pharmazeutische Nothilfe zu leisten. (m / Foto: DAZ.online/bj)


In der Adventszeit rufen viele Hilfsorganisationen zu Spenden auf. So auch Apotheker ohne Grenzen auf dem Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt in Berlin oder vor der Petrikirche in Münster. Mit ihren Adventsaktionen machen die Apotheker auf ihre weltweiten Hilfsprojekte aufmerksam, bei denen pharmazeutische Kompetenz eine zentrale Rolle spielt.

Trotz Vorweihnachtsstress: Die ehrenamtlichen Mitglieder von Apotheker ohne Grenzen (AoG) schaffen es auch in der betriebsamen Adventszeit, sich nebenbei für Menschen in Not einzusetzen. Wie beispielsweise die Regionalgruppe Münster, deren Mitglieder am 4. und 7. Dezember mit einem Weihnachtsstand an der Petrikirche zu Spenden aufriefen. Oder wie die Hauptstadt-Regionalgruppe auf dem Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt in Berlin-Neukölln.

Weihnachtsmarkt-Einsatz bei Wind und Wetter

An diesem Weihnachtsmarkt für gemeinnützige Organisationen, der traditionell am zweiten Adventswochenende stattfindet, beteiligte sich AoG zum vierten Mal in Folge. Die Wetterbedingungen waren in diesem Jahr allerdings schwierig. So konnte der Markt am vergangenen Samstag wegen Sturmgefahr nicht öffnen. Am ebenfalls stürmischen Freitagabend und Sonntag erzielten die Apotheker Spendeneinnahmen von rund 200 Euro.

„Mit dem Apothekerberuf anderen helfen“

Die Motivation der ehrenamtlichen Helfer ist hoch und wetterunabhängig. AoG-Regionalgruppenmitglied Charlotte Lübow ist nun zum zweiten Mal bei der Berliner Adventsaktion dabei. Und die Berliner Apothekerin will in Zukunft noch mehr tun. „Ich möchte, wenn ich meine Einsatzkräfte-Ausbildung und Promotion beendet habe, auch hauptberuflich in die Entwicklungshilfe gehen“, erklärte Lübow am vergangenen Sonntag gegenüber DAZ.online. 

Neben dem Spendensammeln geht es bei den AoG-Adventsaktionen, wie auch bei der vergangenen Sommertour, darum, den Bekanntheitsgrad im eigenen Land zu erhöhen. Denn viele Menschen wissen offenbar gar nicht, dass es neben medizinischen Hilfsorganisationen auch pharmazeutische gibt. „Es ist schön, mit dem Apothekerberuf anderen helfen zu können, die nicht selbstverständlich versorgt sind“, so die junge Pharmazeutin weiter.

Im Auslandseinsatz kommen andere pharmazeutische Kompetenzen zum Tragen, als im deutschen Offizinalltag. In der Katastrophenpharmazie wählen die Einsatzkräfte allein auf Basis der ärztlichen Diagnose das passende, beziehungsweise verfügbare Medikament aus. Die medizinischen Partnerorganisationen vertrauen dabei auf die Arzneimittelexperten von AoG. Zum Rezepte ausstellen wäre im Notfall ohnehin keine Zeit.

Wissensvermittlung bei Langzeitprojekten

Bei den Projekten zur langfristigen Entwicklungszusammenarbeit kommt es ebenfalls auf pharmazeutisches Wissen an – es geht insbesondere darum, dieses in der passenden Art und Weise weiterzugeben. So bildet AoG etwa in Mexiko sogenannte Gesundheitshelfer (promotores de salud) aus, die in ihren Dörfern als erste Ansprechpersonen bei Krankheit fungieren. Durch ihr Wissen können die promotores de salud den Patienten vor Ort besser helfen und ihnen gegebenenfalls den kostspieligen und langen Weg ins nächste Krankenhaus ersparen. Schulungen und Trainings spielen ebenfalls bei den Langzeitprojekten in Uganda, Nepal und Argentinien eine zentrale Rolle.

Apotheker ohne Grenzen/Paul Hahn
Mit Herz und Verstand: Schulungen in Mexiko

Auch die eigenen Einsatzkräfte bildet AoG mit einem dreiteiligen Trainingsprogramm aus. In den Modulen geht es neben der pharmazeutischen Arbeit für den Einsatz auch um Sicherheitsaspekte, interkulturelle Kommunikation und das Zusammenspiel mit anderen Akteuren. „Nur mit gut geschultem Personal können wir in der Nothilfe qualitativ hochwertige Arbeit leisten und Menschenleben retten“, erklärt AoG-Geschäftsführerin Eliette Fischbach.


Dr. Bettina Jung, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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