Nasivin und Co.

Merck verkauft OTC-Sparte an Procter & Gamble

München - 03.12.2018, 13:30 Uhr

Nasivin meets Wick: Wick-Hersteller Procter & Gamble hat von Merck unter anderem Nasivin übernommen. ( r / Foto: Merck | P&G)

Nasivin meets Wick: Wick-Hersteller Procter & Gamble hat von Merck unter anderem Nasivin übernommen. ( r / Foto: Merck | P&G)


Es war ein Deal mit einigem Hin und Her: Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck hat den Verkauf seines OTC-Geschäftes an den US-Konzern Procter & Gamble für 3,4 Milliarden Euro abgeschlossen. Merck will mit dem Geld nun seine Schuldenlast reduzieren und sich auf innovationsgetriebene Geschäfte konzentrieren.

Im Herbst 2017 hatte Merck erstmals mitgeteilt, sich von seinem OTC-Geschäft mit Produkten wie Nasivin und Kohle-Compretten trennen zu wollen. Nun ist der Deal unter Dach und Fach: Wie der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern in einer Presseerklärung mitteilte, sei der Verkauf des Consumer-Health-Geschäfts an den US-Konzern Procter & Gamble (P&G) abgeschlossen worden. Das Geschäft ist demnach zum 1. Dezember 2018 für rund 3,4 Milliarden Euro an P&G übergegangen.

In dem Abschluss der Transaktion sieht Merck einen weiteren Schritt, das Unternehmen strategisch auf innovationsgetriebene Geschäfte in den Bereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials auszurichten. Allerdings läuft es in diesen Bereichen nicht durchgehend rund. So wurde vor wenigen Tagen bekannt, dass Merck im Flüssigkristallgeschäft mit einem anhaltenden Preisdruck asiatischer Anbieter zu kämpfen habe und deshalb bis zum Jahr 2022 rund 400 Stellen in der Darmstädter Zentrale abbauen werde.

Schuldenabbau und innovationsgetriebene Geschäfte

Nach Angaben von Marcus Kuhnert, Mitglied der Geschäftsleitung von Merck und Finanzchef, rechnet Merck aus dem Verkauf des OTC-Geschäftes nach Abzug von Steuern und Transaktionskosten mit einem Nettoerlös in Höhe von zirka 2,7 Milliarden Euro. Das Geld solle überwiegend dazu verwendet werden, um den Schuldenstand zu senken. Zugleich werde sich damit die Flexibilität erhöhen, um innovationsgetriebene Geschäfte in den drei Unternehmensbereichen zu stärken.

Die Transaktion umfasst laut Merck das Consumer-Health-Geschäft in 44 Ländern mit mehr als 900 Produkten sowie zwei Produktionsanlagen im österreichischen Spittal und im indischen Goa. Rund 3300 Mitarbeiter sind damit zu P&G übergegangen. Merck und P&G haben nach eigenen Angaben eine Reihe von Liefer- und Servicevereinbarungen abgeschlossen, um einen reibungslosen Übergang des Geschäfts zu gewährleisten.

Der Verkauf des OTC-Geschäftes gestaltete sich anfangs schwierig. So waren der Lebensmittelriese Nestlé und die britische Reckitt Benckiser als ursprüngliche Interessenten abgesprungen. Nachdem zwischenzeitlich auch der US-Konzern Mylan im Gespräch war, einigten sich schließlich Merck und P&G. Der Konsumgüterkonzern ist in deutschen Apotheken beispielweise mit den Wick-Produkten präsent.


Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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