Apobank-Umfrage zur Apothekenabgabe

Nachfolger finden ist die größte Sorge

München - 29.11.2018, 10:15 Uhr

Laut einer aktuellen Apobank-Umfrage fürchten sich knapp 60 Prozent der Apothekeninhaber davor, keinen geeigneten Nachfolger für ihre Offizin zu finden, wenn das Rentenalter beginnt. ( r / Foto: Imago)

Laut einer aktuellen Apobank-Umfrage fürchten sich knapp 60 Prozent der Apothekeninhaber davor, keinen geeigneten Nachfolger für ihre Offizin zu finden, wenn das Rentenalter beginnt. ( r / Foto: Imago)


Wenn es Zeit ist, die eigene Apotheke abzugeben, ist für viele Inhaber die größte Befürchtung, keinen geeigneten Nachfolger zu finden. Zudem treibt zahlreiche niedergelassene Pharmazeuten die Sorge um, keinen adäquaten Preis beim Verkauf ihrer Apotheke zu erzielen. Das hat eine Umfrage der Apobank unter Heilberuflern ergeben.

Bis zum Jahr 2030 wird etwa jeder dritte Apothekeninhaber im Rentenalter sein wird, das sagen Zahlen der ABDA. Hinzu kommt der Trend der nachrückenden Generation der Mediziner und Pharmazeuten, immer öfter ein Angestelltenverhältnis einzugehen. Entsprechend besorgt blicken 55 Prozent der selbstständigen Apotheker und Ärzte auf die anstehende Abgabe ihrer Apotheke oder Praxis. Das hat eine Umfrage der Apotheker- und Ärztebank (Apobank) unter niedergelassenen Heilberuflern zum Thema „Praxis- und Apothekenabgabe“ ergeben.

Die Apobank hat zu dem Thema insgesamt 150 Heilberufler befragt, darunter 50 Allgemeinmediziner und Fachärzte, 50 Zahnärzte und 50 Apotheker. Grundsätzlich geben 50 Prozent der befragten Apotheker an, sehr oder eher besorgt zu sein, wenn sie auf ihre Apothekenabgabe blicken. Nur 14 Prozent sind eher oder sehr zuversichtlich. Aber wovor fürchten sich die Apotheker am meisten, wenn sie auf ihre Apothekenabgabe blicken?

Demnach gaben 62 Prozent der insgesamt 50 befragten Apotheker an, dass es schwer wird, überhaupt einen Nachfolger zu finden. 44 Prozent haben die Sorge, nicht genügend Ertrag mit dem Verkauf der Apotheke oder Praxis zu erzielen. Zudem erwartet laut der Umfrage gut ein Drittel der niedergelassenen Ärzte, Zahnärzte und Apotheker einen großen Organisationsaufwand bei der Apotheken- oder Praxisabgabe. Vor allem Apotheker (44 Prozent) äußerten diese Befürchtung und wünschten eine persönliche Beratung oder möchten sich bei der Abwicklung weitestgehend auf Experten verlassen (62 Prozent). Das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, oder dass die Arbeit fehlen könnte, haben nur sehr wenige Apotheker geäußert (6 Prozent).

Apotheke soll in gute Hände gelangen

In Anlehnung zu den genannten Herausforderungen und Sorgen formulierten die Befragten ihre wichtigsten Ziele bei der Abgabe ihrer Apotheke oder Praxis. Demnach ist für 48 Prozent entscheidend, einen guten Verkaufspreis zu erzielen. Hier liegen die Apotheker allerdings etwas über dem Schnitt: Bei den Pharmazeuten waren es 54 Prozent, die den Verkaufspreis als wichtiges Ziel angaben. Die Hälfte der befragten Apothekeninhaber wünscht sich, die Apotheke in gute Hände abzugeben. Aber auch möglichst wenig Aufwand bei der Abwicklung der Übergabe, ist – insbesondere für viele Apotheker und Zahnärzte – von hoher Bedeutung. Dass die Offizin an ein Familienmitglied weitergegeben wird, ist nicht vielen Apothekern (4 Prozent) wichtig.

„Entscheidend ist, rechtzeitig mit der Nachfolgersuche anzufangen“, rät Daniel Zehnich, Leiter des Bereichs Gesundheitsmärkte und Gesundheitspolitik bei der Apobank. Aus Erfahrung wisse man zudem, dass die monetären Vorstellungen oder Wünsche der Abgeber nicht immer der Marktsituation vor Ort entsprechen.


Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Meine wertvolle Bude

von Björn Svendsen am 29.11.2018 um 11:58 Uhr

Erst die Bedingungen für die jungen Kollegen so schwierig wie möglich machen, Honorarerhöhungen nichtig abtun, schließlich hat man ja sein Häusle schon gebaut. Das gesamte Apothekensystem systematisch gegen die Wand fahren und dann Jammern, dass einem Niemand die Rente vergolden möchte.
Diese Generation von Apothekern kann sich bei Kammern, Verbänden und der eigenen Nase bedanken, aber soll doch bitte nicht wehleidig werden. Die Einkommensmöglichkeiten, die es früher gab, sind heute weit entfernt. Aber man kann ja Umschulen, hab letztens gelesen, dass man als Sekretärin bei Audi besser verdient.


Herzlichen Dank!

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Hach

von Stefan Haydn am 29.11.2018 um 19:12 Uhr

Sie sprechen mir aus der Seele.

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