Noweda-Generalversammlung

3700 Apotheker sind schon im „Zukunftspakt Apotheke“

Essen - 25.11.2018, 14:20 Uhr

Auf der Noweda-Generalversammlung gab Genossenschaftschef Michael P. Kuck bekannt, dass 3700 Apotheker schon Mitglied im Zukunftspakt mit dem Burda-Verlag seien und dass man sich von nicht aktiven Mitgliedern getrennt habe. (Foto: Noweda)

Auf der Noweda-Generalversammlung gab Genossenschaftschef Michael P. Kuck bekannt, dass 3700 Apotheker schon Mitglied im Zukunftspakt mit dem Burda-Verlag seien und dass man sich von nicht aktiven Mitgliedern getrennt habe. (Foto: Noweda)


Trotz angespannter, gesundheitspolitischer Lage bestehe kein Grund zur Resignation und erst recht kein Grund, sich kleinzumachen, sagte Noweda-Chef Dr. Michael Kuck auf der gestrigen Noweda-Generalversammlung. Er rief die Apothekerinnen und Apotheker auf, dem „Zukunftspakt Apotheke“ beizutreten. Die Kooperation der Apothekergenossenschaft mit dem Medienkonzern Burda gibt es seit Oktober und zählt mittlerweile schon 3700 Mitglieder. Dagegen hat sich Noweda erstmals von Mitgliedern getrennt, die ein Jahr lang keine Umsätze tätigten.

Rosinenpicker, Eroberer und Geschäftemacher auf Kosten der Allgemeinheit passen nicht in das Weltbild der Apothekergenossenschaft Noweda. Schon zu Anfang seiner Rede machte Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Kuck am gestrigen Samstag in Essen in bildlicher Sprache deutlich, dass auch die Kolonialisierung Amerikas nicht unbedingt nur als Erfolgsgeschichte anzusehen ist. Mit den Seefahrern aus Europa kamen bekanntlich auch Eroberung, Auslöschung, Landnahme und Zerstörung aus Gier. Im neu entdeckten Land hatte es nämlich schon längst eine Geschichte und Völker gegeben. 

Der Mythos aus dem Jahr 1492 gewinne im heutigen, digitalen Zeitalter wieder an Aktualität, so Kuck weiter, weil Online-Giganten die Eroberung ganzer Gesundheitssysteme, speziell den Arzneimittelmarkt, ins Visier nehmen würden. Bezeichnend dafür wäre die Tatsache, dass Amazon sein Projektteam zur Erschließung der Gesundheitsbranche den Namen 1492 gegeben hat. „Man sieht sich also als Entdecker“, doch Kuck warnt: „Es geht nicht um Wettbewerb. Rücksichtslos werden Geschäftsmodell in Frage gestellt.“ Wo Amazon auftauche, würden sich die die Machtverhältnisse ändern.

Noweda geht an die Öffentlichkeit

Was setzt man all diesen bedrohlichen Veränderungen entgegen? „Aktionen und Kampagnen“ lautet das Motto bei der Genossenschaft Noweda. Und von denen konnte ihr Vorstandsvorsitzender bei der Generalversammlung so einiges berichten.

Mit der Kampagne „Alle 38 Stunden“, die noch bis Ende des Jahres läuft, wolle man Politiker und die Bevölkerung auf die Problematik des Apothekenrückgangs hinweisen. Plakate, Zeitschriftenanzeigen und Motiv-LKWs würden die Öffentlichkeit mit Emotionen und Fakten konfrontieren. „Derartige Aktionen halten wir für unerlässlich“, stellt Kuck klar.

Auch Umfragen und Studien zum Verständnis über den Apothekenmarkt und den Versandhandel führte Noweda bereits durch, berichtet Kuck: „Die Ergebnisse waren zum Teil erschreckend.“ So seien über 90 Prozent der Bevölkerung nicht darüber informiert, dass es in Deutschland weniger Apotheken gibt als im EU-Durchschnitt. Außerdem hätte eine Untersuchung ergeben, dass große Arzneimittelversender „bei der Einhaltung der einschlägigen Vorschriften erhebliche Defizite aufweisen“ würden. 



Dr. Armin Edalat, Apotheker, Chefredakteur DAZ
redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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1 Kommentar

Zukunftspakt Apotheke

von Burkhard Steens am 26.11.2018 um 22:52 Uhr

Sehr gute Maßnahme!
Eigentlich auch Sache des Verbands.

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