Weiter verkehrsfähig

Weiße Ella-One ist noch Goldstandard

Stuttgart - 20.11.2018, 10:15 Uhr

Ella-One in der alten Aufmachung kann weiter abgegeben werden. ( r / Foto: imago)

Ella-One in der alten Aufmachung kann weiter abgegeben werden. ( r / Foto: imago)


Zwar stellt HRA-Pharma die „neue“ Ella-One® bereits in Apotheken vor – die Filmtablette wird künftig die Form eines goldenen Schutzschildes haben, dazu kommt ein neues Packungsdesign –, aber der Großhandel liefert nach wie vor die alte Variante aus, und diese ist nach wie vor verkehrsfähig. Darauf weist der Hersteller nun hin, weil offenbar viele Apotheken derzeit die herkömmliche Elle-One® zurückschicken.

Das ulipristalhaltige Notfallkontrazeptivum Ella-One® bekommt einen neuen Look: Die Filmtablette wird künftig die Form eines goldenen Schutzschildes daherkommen. Laut Hersteller HRA steht das für den „goldenen Standard der Notfallverhütung“. Außerdem gibt es ein neues Packungsdesign. Seit einiger Zeit schon stellt die Firma die neue Optik in Apotheken vor, aber auch im Rahmen von PR-Texten in der Fachpresse. Das hat allerdings offenbar viele Apotheken zur Rücksendung ihrer Restbestände veranlasst. HRA-Pharma weist nun darauf hin, dass der Großhandel noch die bisherige Packung mit der weißen Tablette ausliefere. Diese Ella-One® Packung (PZN 6179483) sei uneingeschränkt verkehrsfähig. Retouren seien ausschließlich aufgrund des Verfalldatums möglich. Die neue Packung mit der neuen Tablettenform werde sukzessive, voraussichtlich zum Ende des Jahres, in den Markt einfließen und die weiße Tablette ersetzen, so HRA.

Zwei Drittel des Marktes entfallen auf Ella-One

Ella-One® war im vergangenen Jahr laut Daten von Iqvia mit einem Marktanteil von 67 Prozent das am meisten abgegebene Notfallkontrazeptivum. Den Restmarkt teilen sich die levonorgestrelhaltigen Mittel wie Pidana® sowie Generika wie Levonoraristo® oder Unofem®. Hauptunterschied zwischen den beiden ist das Einnahmefenster: Levonorgestrel kann bis zu 72 Stunden nach der Verhütungspanne eingenommen werden, bei Ulipristalacetat sind es 120 Stunden. Levonorgestrel ist allerdings das Mittel der Wahl zum Beispiel in der Stillzeit und bei Frauen, die starke Enzyminduktoren einnehmen. In diesen Fällen wird die Einnahme einer zweiten Tablette Levonorgestrel empfohlen.


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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