DocMorris-Mutterkonzern

Freie Bahn für Medpex-Zur Rose-Deal

München - 20.11.2018, 09:00 Uhr

Der Schweizer Pharmahandelskonzern Zur Rose (hier die Zentrale in Frauenfeld) kann und darf den deutschen Versandhändler Medpex übernehmen. ( r / Foto: Zur Rose)

Der Schweizer Pharmahandelskonzern Zur Rose (hier die Zentrale in Frauenfeld) kann und darf den deutschen Versandhändler Medpex übernehmen. ( r / Foto: Zur Rose)


Mit großen Schritten kommt der Schweizer Pharmahandelskonzern Zur Rose seinem Ziel näher, die Ludwigshafener Versandapotheke Medpex zu übernehmen. Während das Bundeskartellamt grünes Licht für die Transaktion gegeben hat, machte der Konzern am gestrigen Montag in einer außerordentlichen Generalversammlung die Details einer Kapitalerhöhung über 200 Millionen Franken klar.

Die Übernahme des Versandgeschäftes der Ludwigshafener Medpex-Apotheke durch die DocMorris-Muttergesellschaft Zur Rose ist beinahe in trockenen Tüchern. So hat das Bundeskartellamt der Akquisition dieser Tage zugestimmt. Medpex, laut Zur Rose der drittgrößte Versandhändler in Deutschland, kann damit von der Nummer eins DocMorris beziehungsweise der DocMorris Holding GmbH in Berlin übernommen werden.

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Parallel dazu hat der Zur Rose-Konzern am gestrigen Montag in einer außerordentlichen Generalversammlung von den Aktionären die Genehmigung für eine Kapitalerhöhung eingeholt, die rund 200 Millionen Schweizer Franken in die Kasse des Unternehmens spülen soll. Demnach sollen bis zu 2,66 Millionen neue Namensaktien mit einem Nennwert von 5,75 Euro je Aktie ausgegeben werden. Bestehende Aktionäre können dabei für jeweils sieben gehaltene Aktien drei neue Anteilsscheine erwerben. Die Bezugsfrist soll am 22. November beginnen und am 28. November 2018 um 12:00 Uhr enden.

Preis der neuen Aktien wird am 29. November bekanntgegeben

Aktien, die nicht von bestehenden Aktionären gezeichnet werden, sollen laut Zur Rose durch ein öffentliches Angebot an Investoren in der Schweiz sowie durch Privatplatzierungen „in bestimmten Ländern“ außerhalb der Schweiz und in den USA platziert werden. Der Preis der neuen Anteilsscheine werde mittels eines Bookbuilding-Verfahrens festgelegt und am 29. November bekanntgegeben. Die Erstnotiz der Aktien an der SIX Swiss Exchange sei für den 3. Dezember 2018 vorgesehen.

Für die Übernahme von Medpex wird Zur Rose insgesamt rund 170 Millionen Euro zahlen, was etwa dem erwarteten Umsatz des Ludwigshafener Versandhändlers im Jahr 2018 entspricht. Davon werden die Schweizer 90 Millionen Euro in bar und 30 Millionen Euro in Aktien zahlen. Außerdem sind in den nächsten beiden Jahren zwei weitere Zahlungen vorgesehen, die von bestimmten Wachstums- und Profitabilitätszielen abhängig sein werden.

Wie können die Schweizer trotz Fremdbesitzverbot deutsche Versender kaufen?

Wie es Zur Rose trotz Fremdbesitzverbot überhaupt schafft, das Versandgeschäft deutscher Versender reihenweise zu übernehmen, hatte DAZ.online-Chefredakteurin Julia Borsch kürzlich recherchiert. Bezüglich der Medpex-Übernahme hatte der Schweizer Konzern gegenüber DAZ.online mitgeteilt:


Die Zur Rose-Gruppe übernimmt mit der Wholesale GmbH die Belieferung der Medpex-Apotheke als Großhändler. Wholesale GmbH wird weiterhin auch die Logistik sowie verschiedene Dienstleistungen für den Versandhandel von Medpex erbringen. Die Apotheke wird unter Inhaberin Christiane Bülow-Bichler in Ludwigshafen weitergeführt.“

Zur Rose-Sprecher


Die Medpex Wholesale GmbH ist ein pharmazeutischer Großhändler, der ebenfalls in Ludwigshafen seinen Sitz hat. Er gehört neben weiteren Firmen, zum Beispiel dem IT-Unternehmen Comventure GmbH, das auch die IT der Versandapotheke betreut, und der in den Niederlanden beheimateten Apotheke Esando B.V. zu Medpex. 


Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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