Nach dem Lunapharm-Skandal

Brandenburger Arzneimittelaufsicht soll bis Ende des Jahres aufgestockt sein

Berlin - 06.11.2018, 07:00 Uhr

Brandenburgs Gesundheitsministerin Susanna Karawanskij (Linke) hofft auf ausreichend Bewerber für die ausgeschriebenen Stellen in der Arzneimittelaufsicht. ( r / Foto: Johanna Bergmann)

Brandenburgs Gesundheitsministerin Susanna Karawanskij (Linke) hofft auf ausreichend Bewerber für die ausgeschriebenen Stellen in der Arzneimittelaufsicht. ( r / Foto: Johanna Bergmann)


Die geplante Aufstockung der Arzneimittelaufsicht in Brandenburg ist nach den Worten von Gesundheitsministerin Susanna Karawanskij (Linke) auf einem guten Weg. Ziel sei, die zwölf ausgeschriebenen Stellen bis Ende des Jahres zu besetzen. Dazu seien bereits Auswahlgespräche eingeleitet, so die Ministerin. Derweil hat Karawanskijs Vorgängerin einen neuen Job: Am 1. Dezember startet sie bei der Arbeiterwohlfahrt in Potsdam.

Als Folge des sogenannten Lunapharm-Skandals soll die Arzneimittelaufsicht in Brandenburg sowohl im Ministerium als auch im Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) aufgestockt werden. Dies hatte die Taskforce Lunapharm empfohlen, nachdem sie die Versäumnisse der Behörden in dem Fall um den Vertrieb gestohlener Arzneimittel aufgedeckt hatte. Konkret sind zwölf neue Stellen ausgeschrieben: sieben für das LAVG und fünf für das Ministerium. Der Haushaltsausschuss hat sie Anfang September bereits bewilligt, seitdem können sich Interessierte bewerben.

Mehr zum Thema

Lunapharm-Affäre

Arzneimittelsicherheit

Lunapharm-Affäre

Gesundheitsministerin Susanna Karawanskij (Linke) hatte angekündigt, bei der Aufarbeitung des Skandals den Gesundheitsausschuss des Landtags stets zeitnah zu informieren. In einem aktuellen Brief an den Ausschuss fasst sie den bisher erreichten Sachstand zusammen und berichtet auch über die Fortschritte bei der der Mitarbeitersuche. So schreibt die Ministerin, dass derzeit die Auswahlgespräche eingeleitet würden. „Es ist unser Ziel, alle Stellen bis zum Ende des Jahres zu besetzen“.

Unter anderem werden Apotheker für die zusätzlichen Aufsichtstätigkeiten gesucht. Angesichts der Tatsache, dass Apotheker auch an anderen Orten dringend gesucht sind, darf man gespannt sein, wie viele Angebote bei der Aufsicht eingehen. Dazu will sich das Ministerium allerdings nicht genauer äußern.

Golze widmet sich nun der Armutsbekämpfung

Mittlerweile hat auch Brandenburgs frühere Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke), die im Zuge des Lunapharm-Skandals zurückgetreten war, einen neuen Job. Sie werde von Dezember an beim Arbeiterwohlfahrt (AWO) Bezirksverband Potsdam angestellt sein, bestätigte Golze am Montag. Golze erklärte, sie werde sich dort in ihrem Beruf als Diplom-Sozialpädagogin unter anderem mit den Themen Armutsbekämpfung und Gemeinwesenarbeit befassen.

Zuvor war bereits bekanntgeworden, dass Golze nicht für den Landtag kandidiert und auf die Spitzenkandidatur im Landtagswahlkampf verzichtet. Eine der beiden Vorsitzenden der Linkspartei ist sie aber weiterhin.


Kirsten Sucker-Sket / dpa
redaktion@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Brandenburg zieht erste Konsequenzen aus Taskforce-Bericht

Kommt die Bundesratsinitiative zur Abschaffung der Importförderung?

Deutsch-griechischer-Arzneimittelskandal

Lunapharm-Rückrufe: Diese Arzneimittel sind betroffen

Vertrauen in die Arzneimittelaufsicht schwindet – Ministerin bringt Maßnahmenbündel auf den Weg

Illegaler Arzneimittelhandel: Ministerium will für Aufklärung sorgen

Landesgesundheitsministerin räumt Versäumnisse ein – Infotelefon eingerichtet

Brandenburger Aufsicht ruft Produkte von Lunapharm zurück

1 Kommentar

Wer geht dahin?

von Naja... am 07.11.2018 um 9:45 Uhr

Jetzt mal ehrlich... Wir haben bei approbierten Kräften einen unheimlichen Mangel, die Kollegen in ländlichen Regionen ächzen ob des Mangels, weil hochausgebildetes Personal einfach nicht in die Pampa ziehen will.
Das LAVG ist in Zossen (ca. 19.000 Einwohner, Kleinstadt sozusagen), genau gesagt in Wünsdorf (6.200 Einwohner und 7km von Zossen entfernt). Berlin ist eine Stunde Autofahrt entfernt, wenn´s gut läuft. Arzneimittelüberwachung braucht nicht einfach nur Approbierte, sondern Approbierte, die sich mit Industrie, Herstellung und Großhandel auskennen. Ich bezweifle ernsthaft, dass bei so einem Standort entsprechend qualifiziertes Personal zu finden sein wird. Somit sehe ich nur einen frommen Wunsch, aber keine wirkliche Verbesserung, aber Hauptsache, die strukturschwachen Regionen werden als Feigenblatt gefördert.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.