USA

Glyphosat-Kläger akzeptiert geringeren Schadensersatz

San Francisco - 01.11.2018, 16:30 Uhr

Wie gefährlich ist Glyphosat wirklich? Darüber wird wohl noch eine Weile gestritten. Ein krebskranker Kläger hat nun 79 Mio. Dollar Schadensersatz vor einem US-Gericht erstritten. (Foto: farbkombinat / stock.adobe.com)

Wie gefährlich ist Glyphosat wirklich? Darüber wird wohl noch eine Weile gestritten. Ein krebskranker Kläger hat nun 79 Mio. Dollar Schadensersatz vor einem US-Gericht erstritten. (Foto: farbkombinat / stock.adobe.com)


Der an Lymphdrüsenkrebs erkrankte Dewayne Johnson, der gegen den von Bayer übernommenen Glyphosat-Hersteller Monsanto geklagt hatte, akzeptiert den ihm gerichtlich zugesprochenen Schadensersatz von 79 Millionen US-Dollar. Bayer will weiterhin Berufung einlegen.

Im ersten US-Prozess um angeblich verschleierte Krebsrisiken von Bayers Unkrautvernichter Glyphosat hat der Kläger einen vom Gericht festgesetzten millionenschweren Schadensersatz akzeptiert. Ursprünglich hatte eine Geschworenen-Jury dem an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Dewayne Johnson 289 Millionen Dollar (255 Millionen Euro) zugesprochen. Die zuständige Richterin Suzanne Ramos Bolanos hatte diese Summe dann in der vergangenen Woche auf rund 79 Millionen Dollar (69 Millionen Euro) reduziert, dem Antrag Bayers auf einen neuen Prozess aber nicht statt gegeben.

Die Reduzierung des Schadensersatzes sei zwar nicht angemessen, teilten die Anwälte von Johnson am Mittwoch (Ortszeit) mit. Allerdings akzeptiere ihr Mandant das Urteil dennoch – in der Hoffnung, noch in seiner Lebenszeit eine endgültige Lösung in dem Streit zu finden.

Bayer bekräftigte, gegen das Urteil vorgehen zu wollen. Der Konzern ist nach wie vor davon überzeugt, dass das Urteil im Widerspruch zu den im Prozess vorgelegten Beweisen steht, wie ein Sprecher erklärte. Daher soll beim California Court of Appeal Berufung eingelegt werden.

Wesentlicher Grund der zahlreichen Klagen gegen Monsanto, die sich seit der Fusion gegen Bayer richten, ist ein Bericht der Internationalen Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese hatte den Unkrautvernichter Glyphosat 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ für Menschen eingestuft. Bayer verweist indes immer wieder auf Studien, die dem Unternehmen zufolge besagen, dass Glyphosat keine Krebsrisiken birgt.

In den USA laufen laut den letzten Angaben bereits rund 8700 Klagen wegen möglicher Erkrankungen durch Glyphosat. Die Zahl war nach dem Urteil im August sprunghaft gestiegen. Aktuelle Zahlen werden bei der Veröffentlichung des Geschäftsberichts für das dritte Quartal am 13. November erwartet.


dpa / DAZ.online
redaktion@daz.online


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