Zur-Rose-Kapitalerhöhung 

DocMorris-Mutter bringt Finanzierung der Medpex-Übernahme auf den Weg

München - 29.10.2018, 12:45 Uhr

Die Zur-Rose-Gruppe, die in der Schweiz auch selbst Apotheken betreibt, will mal wieder Kapital aufstocken. (Foto; Zur Rose)

Die Zur-Rose-Gruppe, die in der Schweiz auch selbst Apotheken betreibt, will mal wieder Kapital aufstocken. (Foto; Zur Rose)


Um die angekündigte Übernahme der Versandaktivitäten der Ludwigshafener Onlineapotheke Medpex finanzieren zu können, will der Käufer, die Schweizer Zur-Rose-Gruppe, über eine Kapitalerhöhung rund 200 Millionen Franken einnehmen. Eine außerordentliche Generalversammlung am 19. November soll dafür grünes Licht geben. 

Rund 170 Millionen Euro – soviel dürfte die am 18 Oktober kommunizierte Übernahme der Versandaktivitäten von Deutschlands drittgrösster Onlineapotheke Medpex mit Sitz in Ludwigshafen durch die Schweizer Versandapotheke Zur Rose Group kosten. Um den Deal zu finanzieren, will Zur Rose mittels einer Kapitalerhöhung rund 200 Millionen Schweizer Franken einnehmen. Wie das Unternehmen in einer Presseerklärung mitteilte, lädt es dazu am 19. November 2018 zu einer außerordentlichen Generalversammlung nach Zürich ein. Auf Antrag des Verwaltungsrates soll dabei beschlossen werden, maximal drei Millionen neue Aktien per Bezugsrechtsangebot auszugeben. Damit sollen die bestehenden Aktionäre der Zur Rose Group AG anteilsmäßig das Recht zum Erwerb der neuen Aktien erhalten. Die genauen Konditionen wie das jeweilige Bezugsverhältnis sowie die maximale Anzahl der neu auszugebenden Aktien sollen laut Zur Rose „im Vorfeld der Bezugsrechtsemission“ bekanntgegeben werden.

Ein Bankensyndikat bestehend aus Morgan Stanley und UBS habe sich verpflichtet, bis zu einem Gesamtemissionsvolumen von rund 200 Millionen Franken diejenigen Aktien zu kaufen, die weder von bestehenden Aktionären noch von neuen Investoren gezeichnet werden. 

Frisches Geld für Medpex-Baranteil

Mit dem frischen Geld will Zur Rose in erster Linie die Barkomponente des Kaufpreises für Medpex finanzieren. Sollte Geld übrigbleiben, wolle das Unternehmen dieses „für weitere Investitionen in das Wachstum und die Expansion der Zur Rose-Gruppe, in die Umsetzung strategischer Vorhaben sowie für allgemeine Gesellschaftszwecke verwenden“.

Bei der anstehenden Kapitalerhöhung handelt es sich nicht um die erste Finanztransaktion von Zur Rose. Bereits im Juli 2018 hatte das stark wachsende Unternehmen eine Anleihe im Volumen von über 115 Millionen Franken ausgegeben.

Wie berichtet will Zur Rose mit dem Kauf des Medpex-Geschäftes seine europäische Marktführerschaft weiter ausbauen und die Nummer-1-Position in Deutschland stärken. Das Ludwigshafener Unternehmen Medpex erzielte nach Angaben von Zur Rose 2017 mit dem Versandhandel einen Umsatz von 139 Millionen Euro, bearbeitete rund 3,5 Millionen Bestellungen und gewann zirka 800.000 Neukunden hinzu. Gemeinsam werden es Zur Rose und Medpex auf rund 5,6 Millionen aktive Kunden bringen.

Die Zur Rose-Gruppe sieht sich als Europas größte Versandapotheke und einen der führenden Ärztegroßhändler in der Schweiz. Die Muttergesellschaft der niederländischen Versandapotheke DocMorris beschäftigt über 1000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von 983 Millionen Franken. 


Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Kapitalerhöhung für Medpex-Kauf / Apo-Rot-Übernahme abgeschlossen

Zur Rose auf Expansionskurs

Mega-Deal im Versender-Markt

Zur Rose übernimmt Medpex-Versandgeschäft

Bei der anstehenden Generalversammlung

Zur Rose Group will sich erneut frisches Geld besorgen

DocMorris-Mutterkonzern

Freie Bahn für Medpex-Zur Rose-Deal

Freie Fahrt für Medpex-Zur Rose-Deal: Bundeskartellamt und Anleger geben grünes Licht

Versender weiter auf dem Vormarsch

1 Kommentar

Finanzierung

von Conny am 29.10.2018 um 14:28 Uhr

Einfach mal bei den Saudis nachfragen. Scheiss auf Moral

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.