DAZ.online-Wahlcheck (Teil 3)

Impfen, Honorar, Rabattverträge – Was sagen die Parteien in Hessen?

Berlin - 25.10.2018, 07:00 Uhr

Was halten die Parteien in Hessen von der Idee, dass Apotheken impfungen übernehmen könnten? (Foto: sharryfoto, Stimmzettel: RRF / stock.adobe.com)

Was halten die Parteien in Hessen von der Idee, dass Apotheken impfungen übernehmen könnten? (Foto: sharryfoto, Stimmzettel: RRF / stock.adobe.com)


Bald ist es so weit: Hessen wählt einen neuen Landtag. In den ersten beiden DAZ.online-Wahlchecks zur Landtagswahl haben sich CDU, SPD, Grüne, FDP und Linke unter anderem schon zum Versandhandel, zur Rx-Preisbindung und zum Fremdbesitzverbot geäußert. Im letzten Teil des Wahlchecks geht es nun um neue Dienstleistungen in der Apotheke, das Apothekenhonorar, die Importquote und Rabattverträge.

Was sagt die CDU zu neuen Aufgaben für die Apotheker, wie etwa Impfungen in der Apotheke?

CDU: Die Apotheker wären fachlich in der Lage, Mehrleistungen zu erbringen, für die sie dann zusätzlich entlohnt werden müssten. Dies muss sorgfältig abgewogen werden und der Diskussionsprozess, in den auch die Ärzte und Krankenkassen einbezogen werden sollten, ist noch nicht abgeschlossen. Es würde aber einiges dafür sprechen. Insbesondere Folgerezepte bei Chronikern, die der Apotheke normalerweise wohlbekannt sind, wären denkbar, um die Arztpraxen zu entlasten und damit die medizinische und Arzneimittelversorgung vor allem in ländlichen Gebieten zu verbessern. Die bereits beschriebenen Strukturen zwischen der Apotheke vor Ort, niedergelassenen Ärzten und anderen Akteuren im Pflege- und Gesundheitswesen können wichtige Ansätze für neue Konzepte zur Erhaltung einer hohen medizinischen Versorgung auch im ländlichen Raum leisten.

Gibt es aus Sicht der CDU Handlungsbedarf beim Apothekenhonorar?

CDU: Eine stärkere Berücksichtigung der Leistung halten wir als CDU Hessen bei der Struktur des Apothekerhonorars durchaus für diskutabel. Die Höhe des Apothekerhonorars ist seit 2013 nicht geändert worden. Insofern wäre eine Anpassung überfällig. Eine regelmäßige Anpassung halten wir ebenfalls für notwendig.

Federführend für die Honorarfrage ist das Bundeswirtschaftsministerium.

Sollte die Importförderklausel abgeschafft werden?

CDU: Die Importquote ist in den Rahmenverträgen zur Arzneimittellieferung festgelegt und wird vom GKV-Spitzenverband zusammen mit den Apothekerverbänden ausgehandelt.

Die Importförderklausel sollte nicht gestrichen, sondern weiterentwickelt werden.

Gibt es aus Ihrer Sicht Handlungsbedarf bei den Rabattverträgen?

CDU: Rabattverträge sind inzwischen für die GKV ein unverzichtbares Mittel zur Reduzierung der Arzneimittelausgaben. Die Sicherheit der Arzneimittel in Deutschland liegt trotz der derzeitigen Diskussionen auf einem sehr hohen Niveau. Eine Produktion in Europa wäre wünschenswert, erfordert aber lange Vorlaufzeit und ist innerhalb der nächsten Zeit leider nicht realisierbar.




Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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