Geiselnahme in Kölner Apotheke

Polizei: Apothekenangestellte war Zufallsopfer

Berlin - 16.10.2018, 17:15 Uhr

Die Geiselnahme in einer Kölner Apotheke könnte einen terroristischen Hintergrund gehabt haben, die Geisel war laut Polizei aber nur ein Zufallsopfer. (s / Foto: Imago)

Die Geiselnahme in einer Kölner Apotheke könnte einen terroristischen Hintergrund gehabt haben, die Geisel war laut Polizei aber nur ein Zufallsopfer. (s / Foto: Imago)


Über die Geiselnahme in der Apotheke am Kölner Hauptbahnhof wurden am heutigen Dienstag mehr Details bekannt. Auf einer Pressekonferenz erklärte die Polizei, dass die vom Täter als Geisel genommene Apothekenangestellte ein Zufallsopfer war. Denn eigentlich wollte der Mann einen Großbrand in einem McDonald’s-Restaurant legen. Er war mit Molotow-Cocktails und einer selbst gebastelten Bombe unterwegs.

Am heutigen Dienstag wurden neue und erschreckende Details über die Geiselnahme in der Apotheke im Kölner Hauptbahnhof bekannt. Am Nachmittag gab die Polizei eine Pressekonferenz, auf der sie die Tat nochmals rekonstruierte und den derzeitigen Ermittlungsstand kommunizierte. Zunächst ging es allerdings um den Gesundheitszustand der Beteiligten: Das jugendliche Mädchen, das der Täter mit einem Molotow-Cocktail attackiert hatte, wurde am heutigen Dienstag operiert, die Apothekenangestellte, die als Geisel genommen wurde, konnte das Krankenhaus bereits verlassen. Der Täter selbst, der am gestrigen Montag von der Polizei überwältigt und dabei niedergeschossen worden war, sei außer Lebensgefahr, liege aber derzeit im Koma.

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Zur Erinnerung nochmals der Ablauf: In einem Schnellrestaurant im Bahnhof zündete der Täter etwa zur Mittagszeit einen Molotow-Cocktail. Ein 14 Jahre altes Mädchen wurde dadurch verletzt. Weil durch den Rauch die Sprinkleranlage ausgelöst würde, flüchtete der Täter in eine gegenüberliegende Apotheke und nahm dort eine Frau als Geisel, die in der Apotheke als Angestellte arbeitet. Er flüchtete weiter in ein Hinterzimmer der Apotheke, die Polizei nahm Kontakt mit ihm auf. Der Täter forderte freien Abzug und die Freilassung einer Tunesierin. Außerdem wollte er eine Tasche wiederhaben, die er im Schnellrestaurant zurückgelassen hatte.

Um 14.50 Uhr stürmten Spezialkräfte die Apotheke. Der Täter bedrohte die Geisel, versuchte möglicherweise auch, sie anzuzünden. In der Hand hielt er eine Schusswaffe. Die Polizisten schossen auf ihn, der Mann sackte getroffen zusammen. Er wurde reanimiert, ins Krankenhaus gebracht und dort notoperiert. Die stellvertretende Polizeipräsidentin Miriam Brauns erklärte bei der Pressekonferenz am gestrigen Montagabend, es gehe um mehr als eine Geiselnahme: „Auch einen Terroranschlag schließen wir dabei nicht aus.“



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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