Webbasiert statt App

Sanacorp-Bestellplattform „meadirekt“: Rollout im Frühjahr 2019

Stuttgart - 15.10.2018, 10:15 Uhr

Laut Sanacorp benötigen Apotheken und Patienten für die Nutzung von meadirekt nur einen gängigen Webbrowser. ( r / Foto: imago)

Laut Sanacorp benötigen Apotheken und Patienten für die Nutzung von meadirekt nur einen gängigen Webbrowser. ( r / Foto: imago)


Der Großhändler Sanacorp hatte bereits bei seiner Vertreterversammlung angekündigt, dass man in der digitalen Kundenkommunikation nicht auf eine App, sondern auf eine browserbasierte Lösung setzen werde. Die Kommunikationsplattform „meadirekt“, die „der persönliche Draht zu den aktuell 1.500 mea-Apotheken“ werden soll, wird derzeit mit ausgewählten Pilotkunden getestet. Ein nationales Rollout findet laut Sanacorp im Frühjahr 2019 statt.

Alle möglichen Player im Apothekenmarkt kommen derzeit mit Apps auf den Markt oder kündigen die Weiterentwicklung bestehender Angebote an. Alles mit dem Ziel, die digitale Kundenkommunikation zu verbessern. Geboten werden Bestell- und Chatfunktionen, aber auch Medikationspläne, Wechselwirkungschecks und mehr. Auf einen etwas anderen Ansatz setzt der Großhändler Sanacorp mit der Kommunikationsplattform „meadirekt“. Zu den Funktionen gehören unter anderem Apothekensuche, Routenplaner und persönlicher Chat. Der Kunde kann benötigte Arzneimittel in seiner Apotheke vorbestellen und sein Rezept vorab als Bild an die Apotheke senden – laut Sanacorp DSGVO-konform. Also eigentlich nichts Besonderes. Der Unterschied: Meadirekt ist keine App. Die Anwendung wird über den gängigen Webbrowser genutzt – von Patienten ebenso wie von der Apotheke. Bei der Einbindung von meadirekt in die Apotheke sei auf eine möglichst effiziente und unkomplizierte Bedienung geachtet worden, heißt es in einer Mitteilung der Sanacorp.

Was die Apotheke allerdings dazu braucht, ist ein Google-my-Business-Eintrag. Über den ist sie dann erreichbar. Die professionelle Gestaltung des Google-Auftritts ist daher neben Social Media Aktivitäten Teil des digitalen Maßnahmenpakets der mea-Kooperation. Mit meadirekt gelinge den stationären mea-Apotheken der einfache Eintritt in die vernetzte Welt des Endkunden, so die Sanacorp. Laut einem Sprecher wird die Leistung derzeit mit ausgewählten Pilotkunden getestet. Ein nationales Rollout soll im Frühjahr 2019 stattfinden. Das Angebot steht allerdings nur Mitgliedern der mea-Kooperation zur Verfügung.

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Auch andere bringen sich in Stellung

Sanacorp ist nicht der einzige Großhändler, der derzeit seine digitalen Angebote ausbaut. Phoenix hat „deine Apotheke“ auf den Markt gebracht, die der zur Phoenix Group gehörige Softwareanbieter ADG auch auf der Expopharm präsentierte. Noweda will gemeinsam mit dem Burda-Verlag die gemeinsame Plattform „IhreApotheken.de“ voranbringen. Man wolle eine „Online-Bestellplattform für alle Vor-Ort-Apotheken“ in Deutschland etablieren, heißt es.

Dazu kommen zahlreiche Angebote anderer Player im Markt: zum Beispiel von Noventi, Lauer-Fischer, Pharmatechnik, apotheken.de und dem Wort & Bild Verlag. Letzterer hatte erst kürzlich bekanntgegeben, dass er die Mehrheit an der Bestell- und Lieferplattform Curacado übernommen hat.


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ
jborsch@daz.online


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