Kooperationsapotheken

BVDAK will Spahn konkrete Angebote machen

Berlin - 15.10.2018, 17:30 Uhr

Jens Spahn will mit den Apothekern reden – der BVDAK bringt sich nicht zum ersten Mal als Gesprächspartner ins Spiel.(j / Foto: Schelbert)

Jens Spahn will mit den Apothekern reden – der BVDAK bringt sich nicht zum ersten Mal als Gesprächspartner ins Spiel.(j / Foto: Schelbert)


Bei den meisten Apothekern, die vergangenen Mittwoch der Rede von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf dem Deutschen Apothekertag lauschten, dürfte sich eine gewisse Ernüchterung breit gemacht haben. Spahn brachte zwar einige Ideen zur Sprache, aber nichts Konkretes zur Lösung des Versandhandelskonflikts. Sehr positiv sind seine Ausführungen hingegen beim Bundesverband Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) angekommen. Der Verbandsvorsitzende Dr. Stefan Hartmann erklärte, dem Minister konkrete Leistungsangebote machen zu wollen.

Die Erwartungen vieler Apotheker an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) waren wohl einfach zu groß. Er hatte für den Deutschen Apothekertag in München ein Gesamtpaket für die Apotheken angekündigt. Am Ende brachte er am vergangenen Mittwoch zwar ein deutliches Bekenntnis zum Fremd- und Mehrbesitzverbot über die Lippen – ansonsten sieht er aber vor allem noch Diskussionsbedarf. Sprechen möchte er beispielsweise über den Nacht- und Notdienstfonds, andere Honorarbestandteile neben dem packungsbezogenen Fixhonorar, Impfungen in Apotheken, eine „rechtssichere“ Botendienstregelung sowie das Thema „Telepharmazie“. Aber auch über das 2HM-Honorargutachten. Wobei er aber zunächst über neue Dienstleistungen der Apotheker reden möchte.

BVDAK lobt Spahns Offenheit

Für den Bundesverband Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) klingt das offenbar gut. In einer Pressemitteilung des Verbandes heißt es, die von Spahn aufgeworfene Diskussion über das, was alles dazu dienen könne, die flächendeckende Arzneimittel-Versorgung zu sichern, sei „ein begrüßenswerter Ansatz, um über den Tellerrand des diskutierten Rx-Versandverbots hinauszudenken“. Der BVDAK schätzt auch „die Offenheit Spahns, dass europarechtliche Bedenken zum Rx- Versandverbot noch nicht ausgeräumt seien, er aber unbedingt faire Wettbewerbsbedingungen herstellen wolle“. Dies zeige die „ernstgemeinte Bereitschaft, auf die Apotheker zuzugehen“.

Der Verbandsvorsitzende Dr. Stefan Hartmann erklärte: „Wir vom BVDAK werden das Angebot des Ministers, eigene Vorstellungen zu formulieren und konkret mit Fakten zu unterlegen, sehr zeitnah – in enger Abstimmung mit den Mitgliedern – aufgreifen“. Das gelte möglicherweise für honorarfähige Dienstleistungen der Apotheke wie etwa das Impfen, den Boten- und den Notdienst, die Erhöhung der Rezepturvergütung, Präventions- und Pflegemittel zum Verbrauch, aber auch für Folgerezepte oder den OTC-Akutswitch, wie ihn der BAH vorgeschlagen hatte. Hartmann ist überzeugt: „Die Apotheker wollen mehr Verantwortung übernehmen und können mehr, als sie derzeit dürfen“.

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Erklärtes Ziel des BVDAK ist es, durch Mehrleistungen den Stellenwert der stationären Kooperations-Apotheken zu stärken und betriebswirtschaftliche Gewinne zu erzielen. Dabei wolle man sich „nicht von der irrigen Meinung leiten lassen, dass Chancen wie das freiwillige Impfangebot qualifizierter Apotheken nicht opportun wären, nur weil bisher allein die Mediziner dafür zuständig seien“.

Mit der Vergütung solcher neuer Dienstleistungen könne Spahn einen Rahmen schaffen, um den unbegründeten Honorarkürzungen im 2HM-Gutachten teilweise den Boden zu entziehen. 


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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