Gesundheitskompetenz

Mit pharmazeutischer Kompetenz gegen den „Informations-Overflow“

München - 12.10.2018, 10:00 Uhr

Dr.
Alexander Schaffinger (EPatient
RSD GmbH), Moderator
Gerhard Schröder, Thorben Krumwiede (UDP), Dr. Eva-Maria Berens (Universität
Bielefeld), Mathias Arnold (ABDA-Vizepräsident) und Dr. Kai Kolpatzik (AOK-BV) diskutieren über die Rolle der Apotheker in der Gesundheitskompetenz. (m / Foto: Schelbert)

Dr. Alexander Schaffinger (EPatient RSD GmbH), Moderator Gerhard Schröder, Thorben Krumwiede (UDP), Dr. Eva-Maria Berens (Universität Bielefeld), Mathias Arnold (ABDA-Vizepräsident) und Dr. Kai Kolpatzik (AOK-BV) diskutieren über die Rolle der Apotheker in der Gesundheitskompetenz. (m / Foto: Schelbert)


Beim Themenforum des Deutschen Apothekertages 2018 am gestrigen Donnerstag drehte sich alles um das Thema Gesundheitskompetenz. In Zeiten von Digitalisierung und zunehmender Informationsflut sind der persönliche Austausch und die kompetente Beratung in der Apotheke vor Ort wichtiger denn je, damit gesundheitsrelevante Informationen auch wirklich beim Patienten ankommen.   

„Wir brauchen dringend mehr verständliche Gesundheitsinformationen!“, mit diesem Zitat des früheren Gesundheitsministers Hermann Gröhe eröffnete Moderator Gerhard Schröder, Redakteur beim Deutschlandfunk, das diesjährige Themenforum des Deutschen Apothekertags 2018. „Gesundheitskompetenz – wieviel weiß der Patient wirklich?“, das Thema mag erst einmal recht banal klingen. Doch, dass mehr dahinter steckt, wurde in den Einführungsvorträgen und der anschließenden Diskussionsrunde deutlich.

Dr. Eva-Maria Berens

Zum Einstieg präsentierte Dr. Eva-Maria Berens, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe für Versorgungsforschung und Pflegewissenschaft der Fakultät für Gesundheitswissenschaften an der Universität Bielefeld, die erschreckenden Zahlen der 2016 veröffentlichten Studie über Health Literacy in Deutschland (HLS-GER): Mehr als die Hälfte (54,3 Prozent) der deutschen Bevölkerung sehe sich im Umgang mit gesundheitsrelevanten Informationen vor erhebliche Schwierigkeiten gestellt, so Berens. Besonders stark ausgeprägt sei die Problematik bei Menschen mit niedrigerem Sozialstatus und geringerem Bildungsniveau, bei älteren Personen sowie Menschen mit Migrationshintergrund. Auch bei chronisch Kranken seien häufig Schwierigkeiten zu verzeichnen, da die Informationen – beispielsweise hinsichtlich Arzneimittelwechselwirkungen – hier besonders komplex sind. Während Patienten in der Regel selten Probleme haben, Informationen zu finden, ist ein Großteil von ihnen mit der Beurteilung der gefundenen Informationen überfordert. Hingegen fällt es nur sehr wenigen schwer, den Anweisungen von Arzt oder Apotheker zu folgen. Der persönlichen Beratung komme somit ein hoher Stellenwert zu, so Berens. Apotheker fallen bei der Interaktion mit den Patienten besonders positiv auf: Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen wie beispielsweise Hausärzten sind Verständnisschwierigkeiten bei den Patienten im Austausch mit Pharmazeuten deutlich seltener.



Dr. Carolin Julia Straub, Apothekerin, DAZ-Redakteurin
redaktion@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Themenforum zur Gesundheitskompetenz rückt Apotheker in den Fokus

Informationen brauchen Menschen!

Transformationsprozesse als Chance nutzen und gestalten

Die digitale Welt der Patienten

Wirksamkeitsnachweis für Apps – Folge 2

Was ist eine „gute“ Gesundheits-App?

Gesundheits-Apps, ihre Siegel und Kennzeichen – Folge 3

Qualität, Datenschutz und CE

1 Kommentar

Problem NEM - Wilder Westen ignoriert

von Alfons Neumann am 13.10.2018 um 3:50 Uhr

Was m.E. dabei vergessen wurde: Es ist eine Weiterentwicklung der ABDA-Datenbank bzgl. NEM dringend geboten, denn notwendige Infos lassen sich dort gar nicht abrufen. Die Konzerne bringen halt immer mehr Artikel nur noch als NEM in Verkehr, denn ordentliche AM-Zulassungen sind ja nun mal teuer, und Qualität muß man auch noch garantieren ...

Wie sieht denn die Realität in der Apo oft aus:
Der Patient liest etwas im Internet, die ABDA-Datenbank liefert zu solchen Artikeln naturgemäß keine Infos, weil sie dafür nicht eingerichtet ist. So muß man jedesmal äußerst zeitintensiv bei Dr. Google oder Duckduckgo schauen, ob es irgendeine seriöse Website gibt, die nicht zu einem Shop gehört und fundierte Infos gibt.

Was ist das Ergebnis heutzutage:
Wiedersehen, (meist nicht mal) Dankeschön für die Infos, hab schon Preis-Suchmaschine gefragt, is mir hier zu teuer und krieg ich im Internet billiger ...
Für die Apotheke mal wieder außer Spesen nix gewesen - wie so oft ...

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.